zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 03:24 Uhr

Drieberg Dorf : Eine gescheiterte Wohnungssuche

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ehepaar muss Eigentumswohnung verlassen und kritisiert Angebote der Wohnungsgesellschaft

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 23:16 Uhr

„Wir brauchen eine Wohnung“, sagen Klaus-Peter und Silke Kranz aus Drieberg Dorf. Das Ehepaar bewohnt derzeit eine Eigentumswohnung im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Ein Domizil, das die beiden auf Grund fehlender finanzieller Möglichkeiten verlassen müssen.

Die Wohnungsgesellschaft Radegasttal unterbreitet auf Wunsch Mietangebote. Für Kranz, der nach eigenen Angaben mit gesundheitlichen Problemen kämpft, waren diese „nicht zumutbar“. Man sei in Dragun, Krembz, Roggendorf und Mühlen Eichsen gewesen. „Im letzteren Ort war die Wohnung okay, aber für unsere Hunde und für mich nicht, denn 15 Treppenstufen sind zu viel“, erzählt Klaus-Peter Kranz. Was bleibt, waren nach seinen Angaben Wohnräume mit Schimmel hinter Tapeten, defekten Elektroleitungen, fehlenden Belägen oder defekten Türzargen. „So etwas wollten die uns anbieten“, sagt Kranz.

Heike Post, Geschäftsführerin der WGR, kennt die Problematik und macht deutlich, dass die Gesellschaft mehrfach versucht habe, dem Anspruch gerecht zu werden. „Ein halbes Jahr läuft die Wohnungssuche. Wir haben beispielsweise in der Draguner Lindenstraße 18 eine fertige Wohnung im 1. Obergeschoss angeboten. Die wurde abgelehnt. Die Familie wollte ins Erdgeschoss, auch dann, wenn die Wohnung unsaniert ist“, so Post. Man habe sich darauf eingelassen, obwohl die Wohnung nicht bezugsfertig war. Absprachen zu Eigenleistungen seien gelaufen. „Der Fußbodenbelag wurde erneuert, Malerarbeiten wollte Herr Kranz selbst übernehmen“, sagt Heike Post. Genau dabei fiel die Tapete von der Wand. „Da war Schimmel drunter“, so Kranz. Der Schlüssel ging erneut zurück an die WGR.

Heike Post sieht das eigentliche Problem im Anspruchsdenken: „Hier prallen zwei Welten aufeinander, wo die Ansprüche aus dem alten Leben inklusive Umfeld übertragen werden sollen.“ Aber das gehe nicht.

Silke und Klaus Peter Kranz erzählen, dass sie sich „den Traum von der Eigentumswohnung in Drieberg Dorf inklusive Garten verwirklichen wollten“. 15 Jahre wohnen sie im Mehrfamilienhaus. Jetzt zeichne sich ab, dass Fenster, Türen und Dach erneuert werden müssen. „Das übersteigt unsere Möglichkeiten“, so Klaus-Peter Kranz. Seit zehn Jahren leben sie von Harz IV. Nun können sie die finanziellen Mittel nicht mehr aufbringen.

Eine Notsituation, die eintreten kann, versteht auch Heike Post. Dennoch verdeutlicht sie, dass die WGR Sicherheiten braucht. Zudem liege nicht einmal eine Kostenübernahme-Bescheinigung der Arge vor. „Wir haben mehrfach Geld in die Hand genommen und nach Absprache Ausbesserungen vorgenommen. Dazu zählt eine Wohnung in Vietlübbe.“ Im Fall Dragun wurde das Haus in 2013 trocken gelegt. Die Erdgeschosswohnung war nicht bezugsfertig. „Familie Kranz bestand auf Einzug. Für uns steht fest: Wir werden nur noch Wohnungen anbieten, die aus unserer Sicht saniert und vermietbar sind“, sagt Post.

Klaus Peter Kranz und seine Frau fragen sich nun , wie es für sie weitergehen soll. Heike Post bietet eine Lösung an: „Die Türen sind nicht verschlossen. Wenn Familie Kranz genau weiß, was sie will, lässt sich eine Wohnung finden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen