Wertstofferfassung : Eine Gelbe Tonne für den Haushalt

Regina Groß, Kerstin Weiss, Norbert Frenz, Stefan Lösel und Sven Gesierich (v.l.) gaben gestern grünes Licht zur Verteilung der neuen Wertstofftonnen ab dem 1. Dezember im Landkreis Nordwestmecklenburg.   Fotos: volker bohlmann
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Regina Groß, Kerstin Weiss, Norbert Frenz, Stefan Lösel und Sven Gesierich (v.l.) gaben gestern grünes Licht zur Verteilung der neuen Wertstofftonnen ab dem 1. Dezember im Landkreis Nordwestmecklenburg. Fotos: volker bohlmann

Auslieferung beginnt am 1. Dezember / Gelbe Säcke weiter gültig, Container Grüner Punkt verschwinden ab Januar

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25. November 2014, 00:08 Uhr

Sie rollen an: Ab dem 1. Dezember werden alle Haushalte und die Wohnungsgenossenschaften mit der Gelben Tonne ausgestattet. Damit wird das Ende der Ära des Gelben Sacks eingeläutet. „Kreisweit bestücken wir 35 000 Haushalte. Dabei werden wir unsere Erfahrungen mit der Papiertonne nutzen“, sagt Stefan Lösel, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes des Nordwestkreises.

Im Auftrag des kreiseigenen Betriebes wird das Entsorgungsunternehmen Alba die Wertstofftonne verteilen. „Wir sind seit Januar 2013 Auftragnehmer für das Duale System Deutschland und wollen ab dem 1. Dezember innerhalb von drei Wochen die Behälter bereitstellen“, sagt Sven Gesierich, Niederlassungsleiter Alba in Schwerin. Er gehe davon aus, dass im vorgegebenen Zeitraum zirka 98 Prozent der Haushalte die Gelbe Tonne erhalten. „Die Restanpassung, Orte bzw. Haushalte, die im Zuge der Auslieferung nicht erreicht werden, finden im Januar Berücksichtigung“, so Gesierich weiter. Für eine direkte Kommunikation steht eine Telefonhotline zur Verfügung. „Die Telefonnummer ist auf dem Tonnenaufkleber vermerkt. Darüber hinaus finden sich Hinweise darüber, was alles in die neue Wertstofftonne darf“, so der Alba-Chef.

Neu ist: Auf Grundlage des neuen Kreislaufwertstoffgesetzes finden zukünftig neben den bisher im Gelben Sack entsorgten Leichtverpackungen auch alle stoffgleichen Nichtverpackungen aus Kunststoff und Metall Platz in der Tonne. „Wer früher nur die Joghurtbecher mit dem Grünen Punkt entsorgt hat, der darf ab sofort auch die Legosteine der Kinder in die Wertstofftonne legen“, sagt Stefan Lösel. Ziel sei eine umfängliche Erfassung von Wertstoffen. Dazu gehören beispielsweise Kunststoffspielzeuge, alte Pfannen, Töpfe, zerbrochenen Wäschekörbe. Von der Sammlung ausgenommen bleiben Batterien, Leuchtmittel, Holz, Elektrogeräte, Rest- und Bioabfall, Textilien und Glas. Hier gilt nach wie vor das Angebot des Schadstoffmobils, einer Entsorgung über die Abfalltonne bzw. die kostenlose Entsorgung über den Sperrmüll.

Landrätin Kerstin Weiss begrüßte die Einfuhr der neuen Tonnen: „Sie bringt eine erhebliche Verbesserung gegenüber den leichten Kunststoffbeuteln.“

Grundsätzlich gilt: Die Gelbe Tonne wird kostenlos bereitgestellt. Die Abfuhr erfolgt alle vier Wochen von der Grundstücksgrenze der Einfamilien- bzw. Mehrfamilienhäuser. Während die Haushalte die 240-Liter-Tonne erhalten, werden die Wohnungsgenossenschaften mit 1100-Liter-Behältern in verschiedenen Stückzahlen ausgestattet. „Bei einem berechtigten Mehrbedarf stellen wir weitere Behälter zur Verfügung“, sagt Gesierich.

Angst vor nicht ausreichend Platz müsse niemand haben, so Lösel. Wurden die Wertstoffe im Gelben Sack auf Grund der Dünnwandigkeit bislang unkomprimiert gesammelt und abgeholt, kann der Inhalt der Tonne zusammengepresst werden. „Die Entsorgung von Haushaltsabfall darf darin nicht erfolgen. Ist eine Tone bei der Abholung zu schwer, wird das Entsorgungsunternehmen prüfen und diese stehen lassen“, betont Stefan Lösel. Er gehe aber davon aus, dass die Bürger die verschiedenen gebotenen Entsorgungsmöglichkeiten nutzen.

Wer über eine umfassende Sammlung von Gelben Säcken verfügt, der kann diese über das Jahr 2015 aufbrauchen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit bei voller Gelber Tonne durchsichtige Kunststoffbeutel mit Wertstoffen zur Abholung bereitzustellen. Sven Gesierich: „Wir werden diese mitnehmen.“ Die bislang an den Containerstandorten vorgehaltenen Sammelbehälter Grünen Punkt wird es ab Januar nicht mehr geben.

Der neue Abholrhythmus – bislang vierzehntägig, künftig vierwöchig – gilt für den gesamten Landkreis. Eine Ausnahme bildet Boltenhagen als Urlauberort. Dort erfolgt die Abfuhr von April bis Oktober sogar alle 14 Tage. Angst vor Platzmangel müsse niemand haben, meint Lösel: „Ich habe es ausprobiert. In einer Tonne bekommen wir locker den Inhalt von zehn Gelben Säcken hinein.“


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