Gadebusch : Eine Frau im doppelten Einsatz

Susanne Meissner engagiert sich  nicht allein in der Erst-Helfer-Gruppe, sondern mit der bestandenen Grundausbildung auch im Dienst der Feuerwehr Gadebusch.  Fotos: volker bohlmann
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Susanne Meissner engagiert sich nicht allein in der Erst-Helfer-Gruppe, sondern mit der bestandenen Grundausbildung auch im Dienst der Feuerwehr Gadebusch. Fotos: volker bohlmann

Susanne Meissner löscht Feuer und leistet Erste Hilfe

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04. Mai 2017, 22:01 Uhr

Alarm bei der Feuerwehr in Gadebusch, kein Brandfall, aber Erste Hilfe wird angefordert. „Es geht nach Klocksdorf“, teilt Feuerwehrchef Sebastian Otto mit. Mit ihm rückt die First-Responder-Gruppe am ersten Maiwochenende zum Einsatz aus. Ihr gehören Erstsanitäter an.

Nach Neugründung Anfang 2016 und zwölf Monaten Ausbildung leisten diese Ehrenamtler in Klocksdorf Hilfe bei einem Neurologischen Notfall, was so viel wie epileptischer Anfall beziehungsweise Nervenzusammenbruch bedeuten kann. In diesem Fall erfolgte die Betreuung mit dem Notarzt bis zum Eintreffen des Rettungswagens.

Es handelt sich um den sechsten Einsatz, seit der Aufnahme der First-Responder-Gruppe in den aktiven Dienst Anfang April. Einsatz Nummer sieben folgte am Mittwochabend: „In Schönfeld gab es einen chirurgischer Notfall. Da der Rettungswagen noch in andere Aufgaben eingebunden war, erfolgte unsere Alarmierung. Dadurch greift das Betreuungsangebot schneller“, so Otto. Sieben Einsätze in solch kurzer Zeit, das habe man nicht erwartet, fügt der Stadtwehrführer hinzu.

Mit Hilfseinsätzen dieser Art wird deutlich: „Feuerwehrarbeit ist vielschichtig“, betont der Wehrführer. Das wiederum verlange eine gründliche Ausbildung.

Ihre Grundausbildung im Feuerwehrdienst erhielten jetzt 15 Mitglieder der Wehren aus dem Amtsbereich Gadebusch. Unter ihnen befindet sich Susanne Meissner. Sie ist über die neue Erstsanitäter-Einheit auf die Feuerwehr aufmerksam geworden. „Als Pflegehelferin hatte ich zwar Erfahrung, war allerdings zu lange raus“, erzählt die 39-Jährige. Vor einem Jahr entschied sie sich zur Ausbildung in der First-Responder-Gruppe. „Denn ich wollte mehr und fragte mich: Was kannst Du für deine Stadt tun?“, erzählt Meissner. Eine für sie passende Antwort fand sie im Feuerwehrdienst und absolvierte daraufhin die Grundausbildung innerhalb der Feuerwehr Gadebusch.

Ersthelferin und Feuerwehrfrau, diese Konstellation passt gut. Sebastian Otto und Kreisausbilder Roland Cordes finden lobende Worte für solch Engagement. Mit Susanne Meissner legten weitere junge Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren ihre Prüfung ab. Sie stammen aus den Wehren Roggendorf, Veelböken, Dragun und Gadebusch.

Die Ausbildung auf Amtsebene geht über acht Wochenenden. An sechs Sonnabenden und Sonntagen erfolgt die Feuerwehrausbildung, an zwei die Erste Hilfe“, so Sebastian Otto. Nach weiteren zwei Jahren Standortausbildung erfolgt die Prüfung. „Im Mittelpunkt steht die Wasserversorgung und das Löschen“, sagt Roland Cordes und schaut genau hin, wie sich die Einsatzkräfte organisieren. „Wir dürfen eines nicht vergessen, wenn im Ernstfall nicht das komplette Personal ausrückt, müssen die Aufgaben mit den wenigen Leuten dennoch absolviert werden. Solch ein Szenario müssen die Feuerwehrleute beherrschen“, sagt Cordes. Die Prüfung in Gadebusch verlief zur Zufriedenheit und im Sinne einer Stärkung der freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden des Amts Gadebusch.

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