Gadebusch : Eine Fahrt für die Partnerschaft

787 Kilometer sind es von dieser Stelle aus in die schwedische Partnerstadt Schweden. Im Bild: Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest.
787 Kilometer sind es von dieser Stelle aus in die schwedische Partnerstadt Schweden. Im Bild: Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest.

Eine Delegation aus der Münzstadt fährt in die schwedische Partnerstadt. Interview mit Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest

von
30. März 2018, 08:00 Uhr

Morgen geht es los, eine Delegation aus Gadebusch fährt in die schwedische Partnerstadt Åmål. Ein Chance, Gadebuschs Namen über die Grenzen Nordwestmecklenburgs hinaus in die Welt zu tragen. SVZ-Volontär Tore Degenkolbe traf sich mit dem Oberhaupt der Münzstadt zum Interview.

Herr Howest, wie ist das Verhältnis zu Gadebuschs Partnerstädten Trittau, Åmål, Saint-Germain-du-Puy und Czarnków?

Ulrich Howest: Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu all unseren Partnerstädten. Zu Frankreich, also Saint-Germain-du-Puy, besteht die örtlich größte Entfernung und auch eine sprachliche Barriere. Dennoch engagieren wir uns ebenso wie die Franzosen. Zum Beispiel, wenn sie unser Münzfest besuchen. Auch mit Polen und Trittau haben wir herzliche Kontakte, bei denen wir uns mindestens einmal im Jahr sehen. Die lebendigste Beziehung besteht aber zur schwedischen Partnerstadt Åmål. Wir treffen uns mehrmals im Jahr und feiern zusammen das Krebsfest – sowohl hier als auch in Åmål.

Eine Delegation aus Gadebusch fährt über Ostern nach Schweden in die Partnerstadt Åmål – wieso?

Wir wurden dorthin von unserer Partnerstadt eingeladen. Åmål feiert in diesem Jahr sein 375-jähriges Bestehen. Dazu haben die Schweden Delegationen aus all ihren Partnerstädten weltweit eingeladen. Gadebusch gehört dazu.

Wie bereiten Sie sich auf die Reise vor?

Leider kann ich dieses Mal nicht mitfahren, daher muss ich mich direkt nicht vorbereiten. Ich stehe aber per Mail in Kontakt mit der verantwortlichen Mitarbeiterin für die Konferenz in Åmål, Frau Anna Lundin. Die logistischen Vorbereitungen übernimmt freundlicherweise Herr Klaus Leuchtemann, der die Gadebuscher Delegation leitet.

Wird es ein Gastgeschenk geben?

Ja, das wird es. Wir bringen eine kunstvoll bearbeitete Stele mit. Das Holz stammt von einer Eiche, die im 13. Jahrhundert zu der Befestigung der Münzstadt gehört hat. Sie wurde so von Herrn Dr. Gerhard Schotte bearbeitet, dass sie nun unter dem Motto: „Ein Blick durch die Jahrhunderte“ verschenkt werden kann. Die Stele wurde extra für die Stadt Åmål angefertigt und ist ein Unikat. Ich denke, damit haben wir ein ganz gutes Geschenk zum Mitbringen für unsere Partnerstadt. Die Stele ist ja auch nicht gerade klein.

Was erhoffen Sie sich von der Fahrt?

Eine Vertiefung der Beziehungen. Ein Programmpunkt in Åmål wird auch sein, dass sich Gadebusch dort mit Fotos vorstellt. Dabei hatten wir übrigens Unterstützung durch den Fotoklub in der schwedischen Partnerstadt. Des Weiteren steht auf dem Programm, dass zukünftige Projekte zwischen Gadebusch und Åmål besprochen werden sollen.

Wie bewerten Sie Städtepartnerschaften? Welche Projekte gab es in der Vergangenheit?

Wir hatten in der Vergangenheit bereits diverse Projekte. Zum Beispiel einen Erzieheraustausch mit der polnischen Partnerstadt Czarnków in einem Kindergartenprojekt. Außerdem haben in einem internationalen Projekt Jugendliche aus allen Partnerstädten Pfähle um den Gadebuscher See errichtet. Die Stadt hat von der Partnerschaft natürlich keinen materiellen Nutzen, wohl aber einen ideelen. Es werden Vorurteile abgebaut, es wird auch mal über den Tellerrand geschaut. Natürlich kommen die Partnerschaften auch dem Tourismus zugute, davon profitiert natürlich auch die hiesige Wirtschaft.

Sollen die Partnerschaften intensiviert werden? Sind weitere Projekte geplant?

Wir haben vier Partnerstädte – das ist für eine Stadt wie Gadebusch schon sehr viel. Die Partnerschaften werden ehrenamtlich gepflegt und dafür sind sie sehr lebendig. Aber wir haben nicht die Kapazitäten, das zu intensivieren.

Ist eine neue Städtepartnerschaft in Aussicht?

Nein, definitiv nicht. Das ist einfach nicht leistbar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert