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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 22:40 Uhr

Fahrradcodierung : Eine Adresse für den Drahtesel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Polizei codiert Räder, um es Dieben schwer zu machen

von
erstellt am 14.Jul.2015 | 23:14 Uhr

Langsam fräst sich der dünne Bohrer in das Metall. Die kleinen Striche verbinden sich zu einem Code – Buchstaben und Zahlen, die nun eine verschlüsselte Adresse ergeben. Die Codierung auf dem Fahrradrahmen von Christina Teschmit aus Gadebusch soll es Langfingern künftig schwer machen. Denn mit diesem Nachweis lässt sich jedes Rad zu seinem Besitzer zurückverfolgen. „Die Polizei erfasst alle Codierungen in ihrem System“, erzählt Ines Buchholz, Präventionsberater der Polizeiinspektion Wismar. „Und ich habe auch gehört, dass Fahrräder mit einer Codierung eher stehen gelassen werden“, fügt die Gadebuscherin hinzu.

Schon seit den 90er Jahren fahren die Präventionsberater Angelika Becker, Ines Buchholz und Hans-Jürgen Schröder in den Ferienzeiten durch den Landkreis und bieten die kostenlose Codierung von Fahrrädern an. Und noch immer findet die Aktion großen Anklang bei den Radlern. „Wir haben gute Resonanzen. Es kommt immer darauf an, wo wir sind, aber beispielsweise in Gadebusch oder Wismar stehen die Leute Schlange“, so Angelika Becker. 17 Fahrräder haben die Beamten innerhalb von eineinhalb Stunden in Gadebusch codiert und es warten noch weitere Bewohner in der Schlange, um ihren Drahtesel sicherer zu machen. „Gerade jetzt in den Sommermonaten nehmen die Diebstähle wieder zu“, weiß Buchholz. Auf Campingplätzen oder an Badestellen kommt es vermehrt zu Straftaten, bei denen Fahrräder geklaut werden.

Ist ein Rad codiert, kommen die Langfinger jedoch nicht weit mit ihrem Diebesgut. Die Codierung zeigt sofort, wer der Eigentümer des geklauten Rads ist. Der zahlen- und Buchstabencode erschwert den Weiterverkauf, insbesondere über Flohmärkte oder das Internet. Und somit sinkt auch der Verkaufswert deutlich.

Das Prinzip hinter der Codierung ist einfach: die Nummern auf den Rad setzen sich aus dem Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer, den Eigentümer-Initialen sowie der zweistelligen aktuellen Jahreszahl zusammen. „Damit können wir auch Fahrräder, die in einem anderen Bundesland gestohlen worden, zuordnen“, so die Beamtin.

Weitere Termine, bei denen Bürger sich ihre Fahrräder codieren lassen können, finden heute in Neukloster und am 26. August von 10 bis 14 Uhr in der Polizeistation Rehna statt. Folgende Dinge sind mitzubringen: Das eigene Fahrrad; wenn vorhanden ein Eigentumsnachweis (Kaufvertrag, Rechnung, Quittung) für das Fahrrad; etwas Zeit, da die eigentliche Codierung des Fahrrads zwischen zehn und 15 Minuten dauert und den Personalausweis oder Reisepass.

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