zur Navigation springen

Leader : Ein Treibhaus und weitere Ideen für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mehr als fünf Millionen Euro in „Mecklenburger Schaalseeregion“ investiert

Beerenfrüchte, Tomaten und Sträucher, Rasenflächen und weitere botanische Besonderheiten – all dies gedeiht künftig im „Treibhaus der Zukunft“. Ein Minigarten auf 200 Quadratmetern unter Glas und Dachsteinen, der nicht als neue Biosphäre in der Kulturlandschaft der Schaalseeregion, sondern als sozial-kulturelles Projekt entsteht. Das Schloss Dreilützow ist zugleich Schullandheim, Bildungs- und Begegnungsstätte der Caritas Mecklenburg e.V..

„Unser Haus empfängt jährlich an die 7000 Besucher, darunter Gruppen bis zu 100 Personen. Das ,Treibhaus der Zukunft‘ bietet uns endlich die Möglichkeit der Gruppenarbeit, die wir uns erhofft haben“, sagt Stefan Baerens. Der Leiter des Hauses in Dreilützow blickt erwartungsvoll auf das Frühjahr, wenn im April der Einzug, die Bepflanzung erfolgt.

Das „Treibhaus der Zukunft“ ist ein Kernprojekt von mehr als 70 Vorhaben, die die Leader-Arbeitsgruppe „Mecklenburger Schaalseeregion“ – ein Zusammenschluss von Kommunen, Verwaltungen und Initiatoren – in den zurückliegenden Jahren begleitet hat. Mehr als fünf Millionen Euro wurden zwischen Rehna und Zarrentin von 2008 bis 2013 in kleinteilige Projekte investiert.

Für Stefan Baerens ein Segen, abseits der sonst nur schwer anzuzapfenden Fördertöpfe, EU-Gelder für regionale Entwicklung ohne hohe bürokratische Hürden zu akquirieren.

Knapp 30 Kilometer Luftlinie entfernt, werkelt Matthias Maack am „Erlebnisbahnhof Rehna“. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude, läuteten die Bauunternehmen in der „Güterabfertigung“ die finale Runde für einen neuen Veranstaltungsraum ein. Mit Weinkeller im Erdgeschoss und Räumen im Obergeschoss inklusive Eisenbahnromantik geht die Einrichtung im Frühsommer in Betrieb. Auch Maack kam nach Vorstellung seines Entwicklungskonzeptes in den Genuss der EU-Förderung. „Die Unterstützung hat uns die Gestaltung des Bahnhofes in Anlehnung an die Entstehungszeit erleichtert“, sagt der Unternehmer. Ein leichter Weg sei es dennoch nicht gewesen. Einerseits gab es über die EU-Arbeitsgruppe eine unkomplizierte Projektbegleitung, andererseits gab es die Baubehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg. 2013 erfolgte der Baustart. „Ein Jahr und acht Monate durften wir auf die Ausstellung der Baugenehmigung des Landkreises hoffen“, so Maack. Trotz eindeutiger örtlicher und baulicher Gegebenheiten musste nach mehrmonatiger Wartezeit ein Gutachten zur Lärmbelästigung in Höhe einer fünfstelligen Summe in Auftrag gegeben werden. Letztlich wurde die Entscheidungsfindung an das Land delegiert.

Maack ist froh, dass alles ein gutes Ende fand und er als Unternehmer wie Kommunen und Vereine Zugang zu der von der EU geförderten Regionalentwicklung bekam.

„Eine Projektarbeit, die Spaß bereitet“, sagt Robert Paeplow. Er als Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe und Madeleine Kusche als Regionalmanagerin der Aktionsgruppe begleiteten an der Spitze der Arbeitsgruppe „Mecklenburger Schaalseeregion“ in den zurückliegenden fünf Jahren unterschiedlichste Projekte. „Kleinteilige Vorhaben, keine Prestigebauten, die uns die Vielfalt auf dem Lande sichern“, so Paeplow. Bei drei Millionen Euro Förderung wurden insgesamt 5,6 Millionen Euro in der Schalseeregion investiert. „41 Projekte, knapp die Hälfte, sind kommunale Vorhaben und die andere Hälfte entfällt auf Einzelpersonen und Vereine“, so Madeleine Kusche. Hier und da gab es Rückschläge,wenn sich beispielsweise Vereinsheime nicht umsetzen ließen. Die Gelder wurden direkt in neue Vorhaben weitergeleitet. „Wir haben als Arbeitsgruppe die Möglichkeit, über zwei Landkreise hinweg den Biosphärengedanken in der Schaalseeregion zu entwickeln“, sagt Paeplow. Die unbürokratische Verzahnung der Projekte spiegele für ihn die EU-Richtlinie wider. „Bei punktgenauer Förderung bleibt das große Ganze im Blick“, so Paeplow. Die Leute, die sich engagieren, dass seien die Menschen, die die Sprache der Region sprechen.

Der alte Fördertopf ist jetzt leer. Was bleibt, ist die Hoffnung auf weitere EU-Millionen für die Jahre 2014 bis 2020. Und die Chancen stehen nicht schlecht, meint Madeleine Kusche. Sie rechnet in einer Größenordnung von 800 Millionen Euro insgesamt. „Offen ist die Aufteilung der Mittel im Land“, so Kusche. Folglich müsse abgewartet werden, wie der Wettbewerb der Leadergruppen untereinander ausgeht. Die Ausrichtung „Tourismus und Infrastrukturentwicklung“ ist Bestandteil des Strategiepapiers am Schaalsee. Eine Verzahnung der drei Arbeitsgruppen „Südwestmecklenburg“, „Schaalsee“ und „Westmecklenburgische Ostseeküste“ wäre möglich, denn diese Regionen befinden sich allesamt am „Grünen Band“ – ein Naturschutzprojekt u. a. von der Elbe bis zur Ostsee.


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Feb.2014 | 00:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen