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500 Jahre Reformation : Ein Taler mit Geschichte

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebusch plant im Luther-Jahr 2017 die Neuprägung des „Reformationstalers“ von 1549

In drei Jahren feiert Mecklenburg-Vorpommern 500 Jahre Reformation und Gadebusch wird im Luther-Jahr womöglich einen entscheidenden Beitrag leisten: eine Neuauflage des Reformationstalers. Ein Projekt, das Initiator Gerhard Schotte seit Monaten bewirbt, mit Erfolg. Nicht zuletzt handelt es sich beim so genannten Reformationstaler um ein Produkt aus der Gadebuscher Münze, die einst Bernhart Jungkeling als Meister seines Fachs unter der Regie von Herzog Johann Albrecht I von Mecklenburg betrieb und im Jahr 1549 den Reformationstaler herausbrachte.

Dr. Mitchell Grell, Sprengelbeauftragter Mecklenburg und Pommern vom Evangelischen-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg, hat jetzt die Gadebuscher Ambitionen unter die Lupe genommen. Er knüpft und hält die Kontakte zwischen den bundesweiten Akteuren rund um das historische Ereignis 500 Jahre Reformation – als Martin Luther im Jahr 1517 seine Thesen in Wittenberg veröffentlichte.

Die Zeit der Reformation, sie lässt sich in dem heute beschaulichen und damals bedeutsamen Gadebusch mit einigen Geschichten beschreiben; von der Münzprägung bis hin zum Streit zweier Kirchenbediensteter über die Folgen der Reformation.

„Interessante Details und ein wunderbares Projekt“, so Grell, der hinsichtlich guter Vorhaben für schnelles Handel plädiert. „Wir wollen das Grundanliegen der Reformation den Menschen in der heutigen Zeit näher bringen. Dabei ist es hilfreich, Formate zu finden die viele Leute ansprechen“, sagt der Kirchenbeauftragte. Der Reformationstaler ist zweifelsohne ein Schlüsselprojekt.

Gadebusch als Münzstadt sowie der historisch belegte Taler stechen dabei heraus. Folglich besteht die Chance, dass sich die Stadt im Land MV gut platziert. Bereits gelistet sind Kommunen wie Greifswald und Neubrandenburg als auch die Hansestadt Rostock, die mit einem Schlüter-Fest und Theaterstücken in den Straßen an den Reformator erinnern will. „Es sind die Projekte von unten, die besonders herausstechen. Sie entstehen ohne das Zutun von Politik und Kirche“, meint Mitchell Grell. Für das Großereignis „Reformation“ stehen laut Grell bei Bund und Land Mittel in Höhe mehrerer Millionen Euro zur Verfügung.

Die Arbeitsgruppe in Gadebusch – Pastorin Ariane Baier, Reiner Sterzik, Karl-Heinz Hubert, Bürgermeister Ulrich Howest und Gerhard Schotte – lässt an ihrem Engagement in Gadebusch keinerlei Zweifel aufkommen. Ariane Baier erachtet es als wichtig, wenn „die Jugend zur Reformation in der Ortsgeschichte forscht und ihr Verständnis davon in die Schulen trägt“. Darüber hinaus wird am Konzept einer Ausstellung gearbeitet.

Völlig unabhängig davon, welche Prägung das Reformationstaler-Projekt im Land erhalten wird, in Gadebusch steht der Titel des Münzfest-Talers 2017 fest, selbst wenn Autoren von Kunstbüchern den Schriftzug des Talers als nicht reformatorisch genug sehen: „Herr gib keine Freude den Feinden Deines Wortes“.

Schotte als auch der Sprengelbeauftragte Grell stufen die Kombination von Schriftzug und Abbild des Herzog Johann Albrecht auf der Münze als Glaubensbekenntnis und deutlichen Hinweis auf eine Abkehr von der katholischen hin zur lutherischen Lehre in Mecklenburg ein. „Der Taler ist ein Zeichen des Trotzes gewesen“, so Mitchell Grell.

Weitere Spuren finden sich für Schotte in den Terrakotten, den Darstellungen am Hauptportal des Schlosses.

Über den Umfang einer Ausstellung in Gadebusch und Finanzfragen will die Arbeitsgruppe beraten. Sie kommt am Dienstag erneut zusammen.


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erstellt am 06.Apr.2014 | 05:45 Uhr

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