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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 14:58 Uhr

Dechow : Ein Südländer im Norden

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Esskastanie ist der „Baum des Jahres 2018“

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 04:46 Uhr

Eigentlich ist es der Esskastanie (Castanea sativa) im norddeutschen Dechow viel zu kalt. Schließlich ist der „Baum des Jahres“ 2018 in südlicheren Gefilden wie Spanien oder Südfrankreich zu finden. Ein Exemplar steht nun aber auch in Dechow im Jahresbaumgarten der Gläsernen Molkerei. Gestern wurde der Baum eingepflanzt.

„In den letzten Jahren ist die Esskastanie immer weiter in den Norden vorgedrungen. In Bayern gibt es sie schon häufiger, hier oben war sie eher selten zu sehen. Mittlerweile steht sie aber bis nach Dänemark“, berichtet Gerd Schriefer, Geschäftsführer des Fördervereins Biosphärenreservats Schaalsee. In Frankreich gäbe es ganze Wälder voll von Esskastanienbäumen – deren offizieller Name eigentlich Edelkastanie ist. „In der Vergangenheit gehörte die Esskastanie in ihren Herkunftsländern zum Hauptnahrungsmittel“, erklärt Gerd Schriefer.

Nachdem die Kastanie in Berlin zum „Baum des Jahres“ gekürt wurde, stand fest, dass sie einen festen Platz im Jahresbaumgarten der Molkerei bekommen würde. „Es ist der 30. Baum, den wir hier pflanzen und damit ein kleines Jubiläum“, sagt der Geschäftsführer des Fördervereins.

2014 schlossen Biosphärenreservat und Molkerei eine Partnerschaft über das Projekt Jahresbaumgarten. Die Jahresbäume seit 1989 – denn seit diesem Jahr gibt es die Auslosung des „Baums des Jahres“ schon – wurden auf der Wiese vor der Molkerei gepflanzt. Jährlich kommt nun das gewählte Exemplar hinzu. Die Idee hinter dem Jahresbaumgarten ist, dass sich Besucher die verschiedenen Bäume anschauen und mehr darüber erfahren können. „Wir wollen die mitteleuropäischen Bäume der Öffentlichkeit etwas mehr vor das Auge führen. Es ist wichtig, dass sie in der Gesellschaft dargestellt werden“, findet Gerd Schriefer.

Der Vorsitzende des Fördervereins Biosphärenreservats Schaalsee, Robert Paeplow weist auf den Wert des Jahresbaumgartens hin. „Kitas und Schulklassen können hier vorbeischauen und sich über die verschiedenen Baumarten informieren. Wie in einem grünen Klassenzimmer.“ Dabei helfen Informationstafeln, die neben den Bäumen errichtet werden und reichlich Wissenswertes enthalten. „In meinen Augen ist es wichtig, dass die Schüler wissen, dass es mehr Unterscheidungen gibt als Nadelbaum und Laubbaum“, sagt Paeplow.

Außerdem, so findet Gerd Schriefer, ist der Baum ein blühendes Symbol für das Leben. „Die verschiedenen Zyklen mitzuerleben und das schiere Alter, das ein Baum erreicht – es ist doch beeindruckend sich vorzustellen, wie viele nachfolgende Generationen Menschen an dem Baum ihre Freude haben können.“

Egal ob des Unterrichts wegen oder ob aus persönlichem Interesse – wie bei dem Spender des Baumes, dem Hamburger Folker Friedrich – in einem sind sich alle Beteiligten einig: Ein Baum bereichert das Leben an sich.

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