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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 17:18 Uhr

Gadebusch : Ein Storch gegen Ausgrenzung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Regionale Schule startet ein Projekt für mehr Toleranz und gegen Rassismus, Sexismus

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Ausgrenzung im Klassenraum? Für Storch Heinar ein Tabu. Und ebenso für die Regionale Schule Gadebusch. Das wollen Schule und Schulsozialarbeiterin Judith Keller nun mit dem Projekt „WarmUp – Jugendkultur für Demokratie“ untermalen, bei dem der Storch Pate ist. Bei den gestern gestarteten Weiterbildungen soll den Schülern von der fünften bis zur zehnten Klasse vorgestellt werden, wie eine offene Gesellschaft gelebt wird.

„WarmUp soll den Kindern anhand von Lektionen und praktischen Beispielen zeigen, wo Ausgrenzung startet und welche Funktion sie übernimmt. Dabei liegt der Fokus auf den Negativbeispielen“, erklärt Projektleiter Mattes Heyde. In Vorträgen von ehrenamtlichen Dozenten – viele Politik- und Lehramtstudenten aus Rostock – sollen die Kinder Wertesysteme aufbauen können. „Wir wollen den Schülern Handlungsoptionen aufzeigen, wie sie Ausgrenzung erkennen und sich dagegen postieren können“, so Mattes Heyde. Die Demokratie-Vorträge dauern vier Stunden und werden von jeweils zwei Referenten gehalten.

Ausgrenzung muss laut dem Projektleiter nicht zwangsläufig etwas mit Rassismus zu tun haben. „Ausgrenzung hat viele Gesichter. Natürlich Rassismus aber auch Sexismus oder das Ignorieren von Schülern mit Behinderung.“ Im besten Fall ist das insgesamt drei Jahre dauernde Projekt nachhaltig. „Wir lassen Themen hier, in den Köpfen der Schüler und Lehrer. Die können dann selbstständig nachbereitet werden“, meint Mattes Heyde.

Judith Keller ist begeistert. „Wir haben in großer Schrift ,Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage‘ an unserem Gebäude stehen“, so die Schulsozialarbeiterin. So ein Schulmotto verpflichte geradezu dazu, demokratiebildende Projekte anzubieten. „Nicht nur draußen anschreiben, auch im Innern leben“, ist laut Judith Keller das Gebot der Stunde. Die Schulsozialarbeiterin nennt das Projekt „super“. Die Kinder hätten die Chance, Inhalte zu politischen und sozialen Prozessen von jemand anderem als einem Lehrer zu hören. „Die Lehrkräfte werden immer gleich mit Noten gleichgesetzt. Die Schüler wollen sich dann nicht so frei äußern, weil sie Angst haben, etwas ‘Falsches‘ zu sagen“, sagt Judith Keller.

Das Projekt wird zu 100 Prozent von der „Anstiftung“ getragen. Die Förderung spendierte allen Schülern zum Abschluss bunte „Storch Heinar“-Shirts.

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