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Renaturierung in Dechow : Ein Soll von Schlamm befreit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe ließ ein verlandetes Gewässer bei Röggelin zu neuem Leben erwecken

von
erstellt am 23.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Im Bereich Röggelin ist ein verlandetes Gewässer renaturiert worden. Es war verschlammt und zugewachsen und wie sich bei den Bauarbeiten herausstellte voller Steine, die wohl über Generationen von den umliegenden Feldern gesammelt und in dem Gewässer entsorgt worden waren. Auch ein Entwässerungsrohr, welches die angrenzende Straße vor Stauwasser schützen soll, war nicht mehr voll funktionsfähig.

Bei dem Gewässer handelt es sich um ein so genanntes Soll, das in der letzten Eiszeit entstand und im Laufe der Zeit verlandete. „Noch vor 200 Jahren waren Sölle in der Landschaft so häufig, dass man sie als die ,Augen Mecklenburgs‘ bezeichnete. Viele wurden zugeschüttet um Ackerland zu gewinnen, andere fielen der Melioration zum Opfer. Inzwischen hat man den ökologischen Wert dieser Landschaftselemente erkannt und sie unter Naturschutz gestellt“ sagt Sven Herzog vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe.

Um das Soll zu erhalten und den ökologischen Zustand um den Röggeliner See zu verbessern, wurde durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe die Renaturierung beauftragt. Einige große Steine und mehrere uralte Baumstämme, die aus dem Schlamm geborgen wurden, liegen jetzt an seinem Ufer. Schlamm und Boden vom Grunde des Gewässers wurden auf den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht, nachdem durch eine Untersuchung von Bodenproben die Unbedenklichkeit bestätigt wurde.

Nach abgeschlossenen Bauarbeiten hat das Gewässer einschließlich Uferstrukturen eine Größe von rund 2000 Quadratmetern. „Noch sieht das Ufer des Gewässers etwas kahl aus, aber schon in wenigen Wochen wird es mit wilden Gräsern und Stauden bewachsen sein. Insekten und Amphibien werden diesen neuen Lebensraum ganz schnell besiedeln. Auch das Landschaftsbild wird durch das Gewässer verschönert, was Besucher und Bewohner der Region sicher freuen wird“, so Gerd Bojdzinski von der Baufirma Agrar-Service Hof Demern. Die Renaturierung dieses Solls war aus Mitteln des Landes, das Eigentümer der Fläche ist, finanziert worden. Die Kosten lagen inklusive Planungen und Untersuchungen unter 50 000 Euro.

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