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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. September 2017 | 10:04 Uhr

Mädchenabenteuer : Ein Smilie für die Tomatensauce

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kultur- und Abenteuerwochenende mit dem Mädchentreff im Gemeinschaftshaus Dechow

Auf dem Herd dampft ein großer Topf. „Nudeln mit Tomatensauce natürlich“, lacht Pia Kleibert. Rollentausch für die 19-jährige Medizinstudentin. Für ein Wochenende ist sie Köchin und Betreuerin im Mädchencamp vom Verein der Kinder- und Jugendförderung, dem Gadebuscher Mädchentreff. „Ich war von Anfang an dabei und fand es immer toll.“

35 hungrige Mäuler gilt es zu füttern, das Budget ist schmal. „Das Wochenende kostet 25 Euro, damit sich auch sozial schwache Familien das leisten können“, sagt Mädchentreff-Leiterin Jutta Ahrendt. Möglich sei das nur durch extrem günstige Konditionen, die ihnen in Dechow eingeräumt würden.

Den ganzen Vormittag sind die Mädchen von Haustür zu Haustür gewandert und haben die Bewohner zu ihren Häusern befragt. „Ich finde es wichtig, dass die Kinder ihre Umgebung gut kennen“, so Ahrendt, „schließlich wohnen sie hier.“ Denkmalschutz ist das Thema in diesem Jahr. Kein leichtes für Kinder, von denen viele gerade mal die erste Klasse besuchen, ein Alter, in dem Denkmalschutz ein sehr abstrakter Begriff ist. Aber die Gymnasiastinnen Kira Pettkus, Anna-Maria Skoreries und Katharina Busak, die schon im Mädchentreff Nachhilfe und Tanzstunden geben, haben jahrelange Mädchencamp-Erfahrung und helfen, wo nötig. Auch am Nachmittag wird die Geduld der Kleineren noch einmal auf die Probe gestellt, als Ex-Bürgermeister Udo Wachtel von seiner Zeit als Lehrer in China und von den Schülern dort berichtet.

Trampolinspringen, Kettcar fahren, abends Modenschau und Tanzvorführung sind das richtige Gegengewicht zu Bildung und Kultur. „Für das Saubermachen vom Trampolin müssen noch Smilies vergeben werden“, ruft jemand durch den sonnig-gelben Aufenthaltsraum im ersten Stock des liebevoll gestalteten Gemeinschaftshauses. An der Tür hängt eine lange Liste mit allen Namen, lachende, zuweilen auch grimmige Smilies dahinter. Darüber der Satz: „Ich will ein schönes Wochenende in Dechow verbringen.“ „Gleich am Anfang werden klare Regeln aufgestellt, auf deren Einhaltung sehr genau geachtet wird“, erklärt Jutta Ahrendt ihr Smilie-Prinzip. Zusammen mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung hält sie die 35 Kinder fest im Griff.
„Wir tanzen heute Abend!“ Die Augen der neunjährigen Lara leuchten. „Lara ist meine Freundin, wir sind hier den ganzen Tag zusammen“, freut sich Nathalie (7). Im Nebenraum wird vorgelesen, Florentine, Lea und Leonie sitzen zusammen am Fenster ihres Zimmers. Und natürlich werden auch die fünf Smilies für Pias Nudeln mit Tomatensauce nicht vergessen.

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