Fusion : Ein Siegel für die Zukunft

Vertragsunterzeichnung in Rehna (v.l.n.r.): Hans-Eckhard Lüth (Stellv. Bürgm. Vitense), Christiane Carlsson (Stellv. Bürgm. Nesow)Wolfgang Illgen (Bürgm. Nesow),  Jochen Oldenburg (Bürgm. Rehna), Jürgen Rentzow (Bürgm. Vitense), Michael Drechsler (Stellv. Bürgm. Rehna) und Amtsleiter Hans-Martin Buschhart.
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Vertragsunterzeichnung in Rehna (v.l.n.r.): Hans-Eckhard Lüth (Stellv. Bürgm. Vitense), Christiane Carlsson (Stellv. Bürgm. Nesow)Wolfgang Illgen (Bürgm. Nesow), Jochen Oldenburg (Bürgm. Rehna), Jürgen Rentzow (Bürgm. Vitense), Michael Drechsler (Stellv. Bürgm. Rehna) und Amtsleiter Hans-Martin Buschhart.

Vitense und Nesow werden ab Mai 2014 Ortsteile von Rehna

svz.de von
12. Dezember 2013, 00:15 Uhr

Die Zahl der Einwohner der Stadt Rehna wird mit der Kommunalwahl im Mai 2014 wachsen. Rehna wird künftig 3700 Bürger zählen. Möglich wird dies, durch den am Dienstagabend besiegelten Fusionsvertrag zwischen den Gemeinden Nesow und Vitense mit der Stadt Rehna.

Nach knapp vierwöchiger Verhandlungsphase inklusive Bürgerbeteiligung, setzten Bürgermeister Wolfgang Illgen (Nesow), Jürgen Rentzow (Vitense) und Jochen Oldenburg (Rehna) als auch die Stellvertreter ihre Unterschrift unter das Vertragswerk.

Für Rehnas Stadtoberhaupt stellt der Zugewinn eine Bereicherung dar. Nicht allein gemessen an der Zahl neuer Einwohner: „Die Ersterwähnung von Vitense erfolgte vor 811 Jahren“, so Oldenburg. Damit sei zumindest rein urkundlich gesehen Vitense der ältere Partner. Ungeachtet dessen sieht Oldenburg die gemeinsame Zukunft als „gleichberechtigte Partner in puncto Ausbau der Infrastruktur und Kulturarbeit.“ Oldenburg weiter: „Wir haben mit Brützkow, Othenstorf und Löwitz einen guten Weg beschritten.“

Nesows Bürgermeister Illgen „war schon sehr lange dafür“, diese Partnerschaft einzugehen. Allein die Vorgaben des Landes engen aus seiner Sicht die Kommunen ein. Die finanzielle Lage ist prekär: „Wenn wir etwas bauen wollten, mussten wir im Vorfeld unser Tafelsilber verkaufen“, so Illgen.

Zum Gestalten fehlen letztlich die finanziellen Mittel, betont auch Jürgen Rentzow. Seine Kritik geht in Richtung Landesregierung und Kreis: „Wir wissen nicht, was die Landesregierung noch vorhat. Klar ist nur, als kleine Gemeinde können wir so nicht überleben.“ Generell kritisch wird der Ausbau des neuen Kreissitzes in Wismar betrachtet. Mit einem Verwaltungsstandort Grevesmühlen hätten das Land und der Kreis viel Geld sparen können. Millionen von Euros, die für eine intaktere Infrastruktur in den Dörfern gebraucht würden.

Für Rentzow definiert sich die Qualität des Lebens vor Ort durch das Engagement jedes einzelnen Bürgers: „Das Leben geht weiter. Es liegt an den Menschen selbst, wie und was sie vor ihrer Haustür veranstalten.“

Die Hochzeit der beiden Gemeinden mit Rehna bringt voraussichtlich jeweils 75 000 Euro in die Stadtkasse. Sonderbedarfsmittel, mit denen die Stadt und ihre neuen Partner unter anderem den Straßenbau vor Ort voranbringen können. Klar geregelt ist die Zusammensetzung der künftigen Stadtvertretung. Mit der Fusion wird das kommunale Parlament der Klosterstadt für fünf Jahre 16 statt 14 Stadtvertreter zuzüglich Ortsteilvertreter plus Bürgermeister zählen. Wollen die Dörfer Mitspracherecht, dann sind sie angehalten, mit eigenen Bürgergemeinschaften zur Wahl anzutreten.

Die Chance im Mai 2014, die 4000-Einwohner-Marke zu knacken, die ist gegeben. Vorausgesetzt, die Gemeinde Holdorf entscheidet sich Anfang des kommenden Jahres für die Hochzeit mit der Stadt Rehna.

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