zur Navigation springen

Duo will von Wismar aus Welt umsegeln. : Ein Segeltörn rund um die Welt

vom

"Herzlich willkommen an Bord", so die nette Begrüßung durch Skipper Paul Lübbe im Wismarer Westhafen. Am 23. September startet er zusammen mit Linn Charlotte Klund einen Mammuttörn um die Welt.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2013 | 12:01 Uhr

Wismar | "Herzlich willkommen an Bord", so die nette Begrüßung durch Skipper Paul Lübbe (27) im Wismarer Westhafen. Er muss den fragenden Blick bemerkt haben: "Ja, das ist unsere Yacht, mit der wir demnächst um die Welt segeln wollen", so die klare Ansage. Konkret soll dieses Abenteuer am 23. September vom Wismarer Alten Hafen aus beginnen.

Damit geht gleich für zwei junge Leute ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Denn den Mammuttörn bestreitet er gemeinsam mit seiner norwegischen Freundin Linn Charlotte Klund (26). Beide sind gerade mit dem Studium fertig geworden, sie als ausgebildete Homöopathin und er als Musik- und Sozialkundelehrer. Und Paul weiter: "Als wir uns vor zwei Jahren kennen lernten, bei einem Spaziergang im Osloer Hafen, stellten wir fest, dass jeder von uns diesen gleichen und ganz besonderen Traum hat."

Im Geiste ist der Kurs der rund dreijährigen Tour bereits grob abgesteckt. Nach Nordseepassage, Englischem Kanal und Biskaya soll es über die Kanaren zu den Kapverdischen Inseln gehen. Es folgen die Karibik, Panama-Kanal-Passage und Pazifik. Dort sollen die Galapagos Inseln, Polynesien in der Südsee, Neuseeland und Australien angelaufen werden. Zurück heißt der Kurs Madagaskar und dann wieder Richtung West-Nordwest rund um Südafrika mit Karibik, Azoren und Großbritannien.

Gut zehn Meter lang und dreieinhalb Meter breit ist die Yacht. Im Salon unter Deck ist es recht geräumig. Insgesamt sind fünf Kojenplätze verfügbar. Dazu gehört eine kleine Kochecke mit Spüle, eine Sanitärbereich und eine Navigationsecke. Im Vorschiff ist der Hauptschlafbereich. Alles wirkt insgesamt sehr gemütlich. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass dies über Monate, wenn nicht Jahre, das enge kleine Zuhause für zwei Menschen sein soll. Dazu ist alles voll gestopft mit zusätzlich benötigter Ausrüstung und Proviant. Doch der junge Mann mit dem Wuschelkopf und dem freundlichen Lächeln strahlt nicht nur Sympathie aus, sondern ebenso Optimismus und Zuversicht, um dieses große Abenteuer zu zweit zu meistern.

Inzwischen sind der Segler mit dem langen Namen "Amanda-Trabanthea" und auch Paul wieder dorthin zurückgekehrt, wo sie seit geraumer Zeit hingehören, in eine kleine Hafenstadt in Südnorwegen, nur fünf Kilometer von der schwedischen Grenze entfernt.

Grund des gut einwöchigen Aufenthaltes in Pauls ehemaliger Heimatstadt: eine umfassende Durchsicht von Technik und Schiffsantrieb. Natürlich gab es zudem noch eine Auffrischung der Kontakte zwischen Elternhaus und Freunden. Nicht zuletzt gab es noch erste Formalitäten für die Abreise im September zu erledigen. "Auf Wismar als Abfahrtshafen fiel unsere Wahl, da ich selbst aus Wismar stamme und mich auch nach meinem Musikstudium in Halle und meinem Umzug nach Norwegen meiner Geburtsstadt sehr verbunden fühle", so die Begründung für den Start an der Wismarbucht.

Maritim vorbelastet war der Wismarer, der zunächst die Goethe-Schule besuchte, dann das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium und sein Abi-Zeugnis 2005 im Gymnasium Dorf Mecklenburg erhielt, dank seines Vaters, einem Wismarer Fischer, schon immer. Dies trifft ebenso für seine norwegische Partnerin zu. Den Norwegen sagt man als Bewohner einer wasserreichen Region ohnehin nach, dass ihnen die Seefahrt schon in die Wiege gelegt wurde.

Doch wer die See kennt, weiß nicht nur um die romantische Seite mit schönen Sonnenuntergängen. Das Meer kann auch grausam, wenn nicht gar mörderisch sein, verlangt daher viel Kraft, Kondition und Selbstdisziplin, gepaart mit seglerischen und nautisch-navigatorischen Fähigkeiten. Dazu Paul Lübbe: "Dessen sind wir uns bewusst und deshalb soll unser freiwillig getragenes Risiko stets kalkulierbar bleiben." Sicherheit verleihen zusätzliche Rettungsmittel an Bord, eine ausreichende Navigationstechnik mit GPS und Radar sowie Kommunikation auch per Satellit bei möglichen Notsituationen.

Die bisherige Zeit hatten beide sehr intensiv für ihr Vorhaben genutzt, Wissenswertes über alle Seegebiete studiert, Informationen eingeholt über Wind und Wettersituationen, über einzelne Häfen sowie über Land und Leute. Auch den bekannten und viermaligen Weltumsegler Wilfried Erdmann hatten sie persönlich besucht. "Der hat uns viel Mut gemacht."

Ein Arztbesuch steht noch an, nicht nur wegen notwendiger Impfungen, sondern um Empfehlungen für die Ausrüstung der Bordapotheke einzuholen. Letztendlich muss ein ganz wichtiger Punkt Beachtung finden: die Finanzierung dieses Mammuttörns.

Deshalb jobben beide seit geraumer Zeit gemeinsam in einem Unternehmen, um ordentlich etwas anzusparen. Zwei Drittel der gesamten Reisezeit wollen sie übrigens an Land verbringen. "Wir stellen uns auf etliche Bordbesuche ein, insbesondere aus Norwegen", erklärte Paul Lübbe abschließend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen