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Trauerfeier und Beisetzung für Säugling : Ein Ruheplatz für das Sternenkind

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Die bei Drieberg an der Stepenitz entdeckte Leiche eines Säuglings erhält auf dem Gadebuscher Friedhof seine letzte Ruhestätte. Die Kirchgemeinde bereitet eine würdige Beisetzung für den morgigen Mittwoch, 10 Uhr, vor.

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2012 | 12:18 Uhr

Gadebusch | Die im Dezember bei Drieberg an der Stepenitz von einem Angler entdeckte Leiche eines männlichen Säuglings erhält auf dem Gadebuscher Friedhof seine letzte Ruhestätte. Wie Pastorin Ariane Baier gestern gegenüber der SVZ mitteilte, bereitet die Kirchgemeinde Gadebusch eine würdige Beisetzung für den morgigen Mittwoch, 10 Uhr, vor. Es wird eine öffentliche Trauerfeier.

Mehr als vier Wochen nach dem Fund der Leiche gibt es bis heute keine Hinweise auf die Mutter oder Familie des Kindes. Folglich gab die Staatsanwaltschaft Schwerin die Kinderleiche zur Bestattung frei.

Damit das namenlose Kind "nicht einfach verscharrt wird", stellt die Kirche einen Grabplatz zur Verfügung - einen Ort des Gedenkens, für ein Stück Mahnung an das Sozialgewissen der Menschen. "Ich habe lange überlegt, ob wir die Beisetzung in aller Stille wählen, damit das Kind nicht missbraucht wird. Aber ich denke, es ist besser mit der Botschaft ,Achtet aufeinander in die Öffentlichkeit zu gehen", sagt Ariane Baier.

Für die Pastorin liegt es auf der Hand, dass es sich im Fall des an der Stepenitz entdeckten Säuglings um die Tat eines wohl hilfsbedürftigen und verzweifelten Menschen handeln muss. Man frage sich, warum der Weg an der Stepenitz endete, denn die Baby-Klappe sei nicht weit gewesen. Baier: "Das junge Leben hätte eine Zukunft haben können." Passend im Sinne eines besseren Miteinanders finde sie die Worte des Gadebuscher Küsters Hubert Koff , der ihr sagte: "Wenn wir eine schwangere Frau traurig sehen, sollten wir nicht einfach an ihr vorbei gehen."

Im Fall des toten Säuglings wird es einen Ort des Gedenkens geben. Eine Stelle auf dem Friedhof, wo Kinder, die keinen Platz auf dieser Welt finden, eine Ruhestätte erhalten. "Diese beabsichtigen wir mit einer Gedenktafel auszustatten", sagt Baier. Der Junge sei ein Sternenkind. So werden Kinder genannt, die namenlos geboren werden.

Auf der morgigen Trauerfeier haben nicht allein die Gadebuscher die Möglichkeit, ihre Anteilnahme auszudrücken und die Finanzierung eines Grabsteines für das noch namenlose Grab vor Ort zu unterstützen. Darüber hinaus sind Spenden für die Tafel auf das Kirchgemeindekonto unter dem Stichwort "Sternenkind", Konto-Nr. 100 600 2460, BLZ 140 510 00 bei der Sparkasse möglich.

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