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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 05:52 Uhr

Schlagsdorf : Ein Raum für die Erinnerung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Künstlerin Renate Schürmeyer gestaltet und baut ein Gebäude für Gedanken an die ehemalige deutsch-deutsche Grenze

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2015 | 00:02 Uhr

Wohin mit den Erinnerungen, die vermeintlich keiner hören möchte? Den Erinnerungen an eine Zeit, als Deutschland noch durch eine Grenze getrennt war. In Schlagsdorf soll ein Raum für diese Erinnerungen und Gedanken entstehen. Was machen Grenzen aus uns und was machen sie mit uns? Was erzählen wir und an was erinnern wir uns?

Das sind einige der Fragen, die Renate Schürmeyer zu fassen versucht. 2009 hat die Künstlerin angefangen, sich mit der ehemaligen Grenze zu befassen. „Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen.“ Seither hat sie im Rahmen verschiedener Projekte mit vielen Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gesprochen. „Dabei habe ich gemerkt, dass zwar viel Gesprächsbedarf, aber kein Raum dafür vorhanden ist.“

Das soll sich nun ändern. In Schlagsdorf entsteht derzeit der „Schutzraum Erinnern“. Das kleine, rot gestrichene Gebäude mit den beweglichen Wänden, die auf und wieder zugeschoben werden können, soll Erinnerungen der jüngeren deutschen Geschichte aufzeigen. Blätter mit Zitaten von Menschen, die ihre Gedanken zur Grenze der Künstlerin verraten haben, werden die Wände schmücken. Die Besucher, die hier herkommen, sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Gedanken und Erinnerungen nieder zu schreiben – einen Platz für ihre eigenen Geschichten finden. Und selbst aktiv daran teilhaben: Renate Schürmeyer legt Postkarten aus, die Raum für diese Gedanken bieten. Sie können beschrieben und im Grenzhus abgegeben werden. „Ich würde mir wünschen, dass geschrieben wird“, sagt die Künstlerin. „Und ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis etwas zu den vorhandenen Zitaten hinzugeschrieben wird.“

Das Projekt wird die zum Teil sehr konträren Erinnerungen und Auffassungen zum Thema Grenze speichern und damit Momentaufnahmen einer deutsch-deutschen Erinnerungskultur bewahren. Gefördert wird es von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, der Landesbeauftragten für MV für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes des ehemaligen DDR und der Hansestadt Lübeck.

 

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