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DRK Blutspendedienst : Ein Pieks für den guten Zweck

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ob 105 Spenden oder eine einzige – bei der Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes treffen Traditionsspender auf Neulinge.

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2015 | 23:00 Uhr

„Je öfter man spendet, desto trainierter ist der Körper, aber das kennen Sie ja“, erklärt Schwester Heidrun dem Mann auf der dunklen Liege, während sie ihm behutsam Desinfektionsspray auf die rechte Armbeuge sprüht. Mike Thiessenhusen kennt dass Prozedere, denn es ist seine 105. Spende. „Seit Jahrzehnten spende ich mindestens vier Mal im Jahr Blut“, erzählt der 49-Jährige. Nebenbei setzt Schwester Heidrun die silberne Nadel an seinen Arm. Pieks. Durch den dünnen Schlauch läuft der rote Lebenssaft in den Beutel, 500 Milliliter – wie immer.

Zwei Liegen weiter nimmt Manuela Pastow Platz bei Schwester Petra. Pieks. „Mutti, was machst du da“, fragt plötzlich die vierjährige Mia Lenie, als auch bei Manuela Pastow der Zugang gelegt ist und die 33-Jährige in ihrer Faust den knallroten Gummiball immer wieder zusammen presst. „Mutti hat eine Spritze bekommen und jetzt spendet sie Blut“, erklärt sie ihr. Die Augen ihrer Tochter weiten sich, mit Erstaunen blickt sie auf den Arm. „Statt Angst oder Zurückhaltung finden kleine Kinder die Atmosphäre hier immer ganz toll“, erklärt Schwester Petra. Spenden darf Mia Lenie allerdings nicht, dafür ist ein Mindestalter von 18 Jahren notwendig.

Das hat der Schüler Tom Lindemann bereits erreicht. Er spendet zum zweiten Mal Blut. Pieks. „Ich selbst fahre Motocross. Und wenn dann mal etwas passiert, kann es ja sein, dass auch ich mal auf eine Spende angewiesen bin.“ Der Schüler der 11. Klasse am Gymnasium sehe es gerne, würden mehr Menschen seines Alters spenden. Die Freundin von Tom freut sich über seine Spendenbereitschaft, seine Freunde hingegen wissen davon nichts. „Auch wir merken, dass die Jüngeren eher weniger spendenbereit sind“, so die ausgebildete Krankenschwester Petra. Zwar könne jeder im Alter von 18 bis 68 spenden– und bei optimalem Gesundheitszustand und Rücksprache mit Ärzten auch darüber hinaus – aber die Spender seien tendenziell eher älter, wie sie berichtet. Ihre Kollegin Heidrun ergänzt, dass die Zahl der Gesamtspender im vergangenen Jahr in etwa konstant blieb, sich jedoch nur 65 Menschen im Alter um die 18 Jahre fanden.

Die fünf Liegen im umfunktionierten Klassenzimmer sind mittlerweile alle mit Spendern besetzt. Mike Thiessenhusen hat nach wenigen Minuten seine Blutgabe hinter sich gebracht hat. Das Blut kommt nun zur Untersuchung ins Labor nach Neubrandenburg, bevor es Patienten zur Verfügung steht.

„Die Nadel tut weh, das ist in den letzten 30 Jahren gleich geblieben“, scherzt der 49-Jährige. Früher seien die Kanülen stumpfer gewesen, heute gleiten sie geschliffen besser in Haut und Vene, erklärt Schwester Heidrun. Dass der Gadebuscher Mike mittlerweile keine blauen Flecken nach dem Spenden mehr habe, verdankt er dem Können der Schwestern. „Jede macht das doch irgendwie anders“, meint er.

Petra und Heidrun sind sich einig, dass langjährige Spender wie Mike Thiessenhusen keine Probleme mit dem Kreislauf nach einer Spende zu erwarten haben, anders als Erstspender. „Wichtig ist es, viel zu trinken“, so die Schwestern. Die beiden Blutengel stehen alten und neuen Gesichtern auch beim nächsten Blutspendetermin im Gadebuscher Gymnasium am 13. Januar ab 15.30 Uhr zur Seite.

 

 

 

 

 

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