Kleingarten-Vereine Gadebusch : Ein Paradies für 10 Euro im Monat

Urlaub im Paradies – Kleingärtner Jörg Raabe braucht dafür nur sein privates, grünes Fleckchen im Südosten Gadebuschs.
Urlaub im Paradies – Kleingärtner Jörg Raabe braucht dafür nur sein privates, grünes Fleckchen im Südosten Gadebuschs.

Obwohl sich die Kosten für den eigenen kleinen Garten im Rahmen halten, bleibt der Nachwuchs aus. Ein Gadebuscher Verein lockert deshalb Vorschriften.

svz.de von
14. April 2015, 00:00 Uhr

Morgen sollen die Temperaturen erneut die 20-Grad-Marke knacken – perfektes Wetter für Kleingärtner, um ihre privaten Erholungsgebiete für die bevorstehende Saison vorzubereiten. Umbuddeln, Sträucher zurückschneiden, Reparaturarbeiten und Laube putzen stehen dann nicht nur bei Jörg Raabe auf dem Plan. „Garten bedeutet nicht nur Party, sondern auch ein bisschen Arbeit“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Kleingartenanlage „Theodor Körner“ in Gadebusch.

Trotz des Wetters sei nicht alles in der Gartensparte so rosig. So sei die Zahl der Mitglieder in den vergangenen Jahren gesunken. 130 aktive Mitglieder zähle der Verein heute. „Wir haben 50 leer stehende Parzellen“, erzählt Raabe. Doch die Nachwuchsgewinnung gestalte sich schwierig: „Für Berufstätige fehlt einfach die Zeit zur Gartenpflege“, versucht der 41-Jährige zu erklären. Ältere Menschen könnten es zudem nicht weiter stemmen, ihre Gärten zu bewirtschaften und würden ihn in Folge aufgeben. „Unser Altersdurchschnitt liegt bei 65 bis 70 Jahren“, so Raabe.

Da sich der Verein so in zehn bis 15 Jahren auflösen müsste, hat er reagiert und seine Vorschriften gelockert: Die sogenannte Drittel-Regel, die vorschreibt, dass jeder Garten mit je einem Drittel Rasen, Blumen und Rasen bewirtschaftet werden muss, sei Geschichte. „Uns geht es nur darum, dass der Garten gepflegt wird. Wir wünschen uns Familien mit Kindern. Ein bisschen Interesse für Gartenarbeit reicht vollkommen aus“, sagt der Gadebuscher.

Neu-Kleingärtner würden zudem die Kosten der Pacht im ersten Jahr vollständig durch den Verein ersetzt bekommen. „Pro Quadratmeter zahlt man acht Cent Pacht“, erklärt Raabe. Für seinen 600 Quadratmeter großen Garten mit kleiner Laube würde er so auf Kosten um die 130 Euro im Jahr inklusive Strom, Wasser und Mitgliedsbeiträge kommen. „Für zehn Euro im Monat habe ich so mein eigenes, kleines Paradies.“

Wem der grüne Daumen fehle, den möchte Jörg Raabe mit dem Gemeinschaftsgefühl der Kleingartenanlage überzeugen. „Jeder hilft jedem. Man braucht keine große Ahnung haben, aber wissbegierig und offen für Hilfe sollten Kleingarten-Interessenten sein. Und ein Blumenbeet kriegt jeder hin“, scherzt der Hobby-Gärtner.

Das dafür nötige Material für die Pacht-Paradiese bieten die örtlichen Baumärkte. „Vor allem Sommerblumen wie Petunien und Margeriten sind jetzt gefragt“, sagt Claudia Wesslowski, Gartencenter-Leiterin vom Hagebaumarkt. Aber auch Grillzubehör und Nistkästen dürfen bei dem Frühlingswetter nicht fehlen. „Gemüsepflanzen wie Gurken und Tomaten, aber auch Dünger, Rindenmulch und Rasensaat stehen derzeit oben auf der Einkaufsliste der Kleingärtner“, berichtet Dirk Kalfac, Leiter des Raiffeisen-Baumarkts.

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