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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 03:26 Uhr

Ein Netzwerk für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Arbeitsgruppe will ehrenamtliche Hilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge besser verknüpfen und koordinieren

svz.de von
erstellt am 30.Jul.2015 | 23:53 Uhr

Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, Deutschunterricht, dolmetschen beim Arztbesuch – die Betreuung von Asylbewerbern im Nordwestkreis ist zerfasert und soll zukünftig besser vernetzt werden.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Sozial- und des Bildungsausschusses hat sich am Mittwochabend das erste Mal zusammengefunden. Woran hakt’s bei der Betreuung von Asylbewerbern und wo sind Grenzen der ehrenamtlichen Hilfen?

Diese Fragen wollen Tino Schwarzrock (Grüne) und seine Kollegen klären. Zwei Probleme hätten sich bei der Diskussion aufgetan, sagt Schwarzrock: es fehlten Dolmetscher, es sind viele Ehrenamtler im Kreis unterwegs, die sich untereinander mehr Austausch wünschen und die Informationskultur der Kreisverwaltung ist durchaus ausbaufähig.

Besonders das Sprachproblem gestaltet sich schwierig. „Asylbewerber werden beim Arzt abgewiesen, weil sie sich nicht verständlich machen können“, sagt Schwarzrock. Deshalb muss dringend ein Dolmetscherpool aufgebaut werden. Dolmetscher aber sind teuer, sagt Schwarzrock.

Noch eins ist klar geworden, sagt Schwarzrock. Es ist viel Ehrenamt unterwegs. In Gadebusch gibt es beispielsweise Sprachunterricht für Asylbewerber aus Afghanistan. In Beckerwitz haben Einwohner mit ihren neuen Nachbarn aus der Flüchtlingsunterkunft Busfahren geübt. Jeder hilft für sich, Koordination findet kaum statt. „Die Rädchen müssen besser ineinander greifen“, sagt Schwarzrock. Der Wunsch nach besserer Vernetzung und Aufgabenteilung sei im Vorfeld an ihn herangetragen worden, sagt der Grünenpolitiker. Denn bei allem guten Willen, muss auch klar gesagt werden, wo die Grenzen für ehrenamtliches Engagement ist. „Es gibt Sachen, die gehören in die Verwaltung.“ Das Ausfüllen von Formularen oder die Beantragung von Leistungen sei Aufgabe der Sozialarbeiter.

Um dieses Dilemma zu lösen soll zum einen die Mitmachzentrale bekannter gemacht werden. Zum anderen soll ein Ehrenamtlerpool aufgemacht werden. Um das auf den Weg zu bringen werden Vereine, Verbände und Initiativen, die sich für Flüchtlinge engagieren am 15. September eingeladen, sagt Schwarzrock. Anschließend ist noch ein Runder Tisch Asyl geplant.

Doch bei allen Problemen, die es gerade gebe, sagt Schwarzrock, eines stimme nicht: „Wir werden definitiv nicht von Asylbewerbern überrollt.“ 550 leben zurzeit in Nordwestmecklenburg. Gemessen an der Gesamtbevölkerung sind das gerade 0,3 Prozent.

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