Utecht : Ein Nackenschlag zur Begrüßung

Tempo 30 ist aus Naturschutzgründen an der Wakenitzbrücke angesagt.  Fotos: Katja Müller
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Tempo 30 ist aus Naturschutzgründen an der Wakenitzbrücke angesagt. Fotos: Katja Müller

Die Wakenitzbrücke ist nach vier Jahren schon wieder reparaturbedürftig. Die Verkehrsberuhigung soll der Grund sein

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23. Dezember 2014, 00:36 Uhr

Die Wakenitzbrücke ist ein Thema, das die Menschen auch weit über die Gemeindegrenzen von Utecht aufschrecken lässt. Bauarbeiten oder gar Sperrungen der Brücke gab es in der Vergangenheit reichlich. Auch den dazugehörigen Ärger. Denn kilometerlange Umwege mussten tausende Kraftfahrer bei Utecht in Kauf nehmen. „Sie haben uns die ganzen Bankette ausgefahren und auch die Straßen sind dadurch sicher nicht besser geworden“, erinnert sich Vize-Bürgermeister Johannes Ellmann. Doch nun, gut vier Jahre nach der Einweihung der neuen Wakenitzbrücke, ist neuer Ärger im Anmarsch: „Die Brücke ist kaputt, muss repariert werden“, sagt Ellmann sichtlich sauer. Die Widerlager seien defekt und das aus einem ganz bestimmten Grund. „Wir befinden uns hier ja an der Einfahrt zum Naturschutzgebiet. Es ist auch verständlich, dass die Autofahrer hier nicht rasen sollen, aber die Verkehrsberuhigungs-Huckel sind der größte Mist“, wettert der Utechter. Von drei Statikern hat er sich bestätigen lassen, dass bei der Überfahrt jedes einzelnen Autos oder gar Lkw sehr starke Kräfte auf den Boden wirken, sobald die Fahrzeuge die Verkehrsberuhigung überfahren haben. „Jeder, der hier in das Biosphärenreservat kommt, kriegt zur Begrüßung einen ordentlichen Nackenschlag – selbst wenn er langsam fährt“, sagt der Vize-Bürgermeister. Und als Patient in einem Krankenwagen sei es mehr als unangenehm, weiß Ellmann aus eigener Erfahrung.

Es gebe jetzt zwar noch die Möglichkeit, das Problem über Regressforderungen an die zuständige Baufirma zu beheben, doch das allein reiche nicht aus. „Die Verkehrsberuhiger müssen weg, sonst haben wir das Problem bald wieder und dann zahlt aber keiner mehr“, betont Johannes Ellmann. Es bedeute nicht, dass dort dann gerast werden kann. „Man könnte ja einen festen Blitzer installieren oder etwas in der Art“, schlägt er vor.

Das Grundübel bleibt jedoch: Die Brücke muss erneut für den Verkehr gesperrt und repariert werden. „Das bleibt uns und allen anderen Pendlern leider nicht erspart“, sagt er und zieht die Augenbrauen hoch.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verdeutlicht, wie wichtig verkehrsberuhigende Maßnahmen sind. Die Wakenitzbrücke durchquere eines der Herzstücke des Grünen Bandes. Und um zu verhindern, dass Fahrzeuge dort durchrasen, seien die Rampensteine am effektivsten. Sollten Veränderungen tatsächlich nötig sein, müsse man sich an einen Tisch setzen und nach anderen effektiven Lösungen zur Verkehrsberuhigung suchen, erklärte gestern Corinna Czwielag vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

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