Utecht : Ein Lauf wird zur Tradition

Rund 2300 Läufer trotzten dem nasskalten Wetter und gingen gestern an den Start des 28. Adventslaufs in Ratzeburg.
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Rund 2300 Läufer trotzten dem nasskalten Wetter und gingen gestern an den Start des 28. Adventslaufs in Ratzeburg.

Bei dem grenzüberschreitenden Ratzeburger Adventslauf joggten die Sportler bei schlechtem WetterCampower

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04. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Der Flaum weißer Flocken war schon geschmolzen oder nur noch auf Autodächern erkennbar, als gestern um 11.15 Uhr der Startschuss zum 28. Ratzeburger Adventslauf fiel. Dem grauen Wetter trotzten auch einige Nordwestmecklenburger – unter ihnen Campower Wolfgang Reim mit seinen Kindern Lucy und Frederik.

„Für uns ist es schon zu einer Familientradition geworden“, sagt Vater Wolfgang Reim. Für ihn ist es der neunte Lauf um den großen Ratzeburger See. Das sind über 26 Kilometer. Die kleine Strecke um den Küchensee ist den drei Läufern viel zu kurz. „Wir machen jedes Jahr mit. Der Tag davor ist ein Familientreffen“, sagt die 19-jährige Lucy Reim. Für sie ist es das zweite Mal, dass sie die Runde komplett mitläuft. Anfangs war sie die Strecke immer bis ins heimische Campow gelaufen, seit letztem Jahr aber beendet sie die Runde. „Letzte Jahr versuchte ich, bei meinem Bruder mitzulaufen. Dieses Mal versuche ich aber einfach nur, meine Zeit einzuhalten.“ Die Strecke will sie in zwei Stunden und 35 Minuten schaffen.

So einen Lauf durch zwei Bundesländer kann man nicht einfach so aus dem Stand schaffen, das wissen die Reims. „Die Strecke ist schon anspruchsvoll und wir bereiten uns darauf vor“, sagt Wolfgang Reim. Zusammen mit seiner Tochter legte er in den vergangenen Wochen Wege von jeweils 15 Kilometern zurück. Frederik Reim, der für den traditionellen Adventslauf extra aus London anreiste, verfolgt eine andere Strategie: „Sehr ehrgeizige Ziele setzten und dann nur die Hälfte davon erfüllen.“

Mit der Zeit haben sich immer wieder Familienmitglieder angeschlossen, manche sind aber auch wieder abgesprungen. „In den besten Jahren bestand unsere Gruppe aus acht bis 15 Familienmitgliedern“, berichten die Reims.

Dass der Adventslauf sich stabil hält und trotz des Wetters begeisterte Läufer anzieht, beeindruckt Dr. Björn Jacobsen vom Orga-Team jedes Jahr auf’s neue. „Wir haben über die Jahre eine konstante Teilnehmerzahl“, berichtet er. Zu DDR-Zeiten wäre der unkomplizierte Lauf über die Grenze nicht möglich gewesen. Nur zum ersten Lauf 1990 gab es eine Ausnahme. „Damals öffneten die Grenzer für die Läufer die Schranken“, so Björn Jacobsen. Seitdem ist der Lauf zu einer festen Größe für Sportbegeisterte aus beiden Bundesländern geworden. „Für viele Sportler ist es ein Höhepunkt zum Ende der Wettkampfsaison. Und es ist ein guter Abschluss, ehe man sich dem Christstollen widmet.“

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