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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 01:45 Uhr

Naturnah : Ein König unter den Gemüsesorten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Feinschmecker kommen derzeit wieder voll auf ihre Kosten, denn der Spargel wächst wieder auf den Feldern und im Garten.

von
erstellt am 22.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Ob lila, grün oder weiß, ganz egal, die zarten Stangen könnte ich zum Frühstück, Mittag und Abendessen und dann auch noch zwischendurch vertilgen. Selbst das Kochwasser, in dem mein Lieblinggemüse nur kurz gegart wird ist für mich ein ernstzunehmender Tee- und Kaffeeersatz. Kurzum: Ich liebe Spargel und freue mich in jedem Frühjahr – wie ein kleines Kind auf Weihnachten – auf die bevorstehende neue Spargelsaison.

Sicher, Spargel kann man das ganze Jahr über kaufen. Er wird auch im Herbst und Winter aus allen Teilen der Welt zu uns eingeflogen. Allerdings geht es dem weit gereisten Spargel ähnlich wie mir nach einem Zehn-Stunden-Flug. Beide sind wir schlaff, kraftlos und sicherlich nicht mehr knackig. Also, am liebsten frisch von heimischen Feldern oder am besten aus dem eigenen Garten.

Mein Spargelbeet ist etwa zwölf Meter lang und ungefähr einen Meter breit, liefert die ganze Saison über soviel Spargel, dass unsere Hausgäste, meine Familie und ich kaum dagegen anessen können, obwohl er fast täglich auf den Tisch kommt.

Spargel gibt es bei uns als Antipastigemüse mit gerösteten Pinienkernen, in geräucherten Schinken gewickelt und knusprig gebacken, zu allen möglichen Fleisch- und Fischgerichten, als Suppe mit und ohne Ingwer, auf Pizzateig mit Parmesanflocken oder als erfrischendes Spargeleis.

Spargel ist relativ einfach im Garten zu kultivieren. Beim Kauf der jungen Spargelrhizome, die wie kleine Kraken aussehen, gibt es in der Regel eine Pflanzanleitung dazu. Die Anlage des Beetes, was von März bis Ende Mai geschehen sollte, ist ein wenig aufwändig.

In einen Graben, der etwa 30 Zentimeter tief und zwei Spatenblätter breit sein sollte, habe ich eine etwa fünf Zentimeter dicke Schicht, die zu gleichen Teilen aus Komposterde und Sand bestehen sollte, gestreut und mit der Grabegabel in den Grabenboden eingearbeitet. Dann habe ich, sehr zur Verwunderung unseres Gartenmaulwurfes, kleine, niedliche Hügel aus Komposterde im Abstand von ca. 40 Zentimetern aufgehäuft. Diese wurden dann mit dem langbeinigen krakenartigen Spargel-Wurzelgebilde gekrönt, was unseren Maulwurf noch mehr staunen ließ. Gartenerde drauf, angießen und fertig ... und zwei bis drei Jahre warten.

Wer gleich nach dem Pflanzen in die Küche rennt und das Kochwasser aufetzt wird bestraft. Die Spargelpflanzen müssen sich erst entwickeln. Werden sie zu früh abgeerntet, stirbt die Pflanze ab. Dann ist nix mit Spargel.

Es gibt viele Spargelsorten. In unserer Region hat sich der Anbau von grünem Spargel bewehrt. Er wird nicht, wie der Bleichspargel angehäufelt, was ja bei unserem Lehmboden ein wenig anstrengend wäre. Im Herbst oder Winter bekommt mein Spargel etwas Futter. Komposterde und Hornspäne sind seine Lieblingsspeise.

Obwohl ich eigentlich nichts gegen Wildkräuter habe, wird das Spargelbeet von ihnen frei gehalten. Damit die Spargelpflanzen nicht denken, dass ich sie nicht im Garten haben möchte, lasse ich sie ab Ende Juni austreiben und wachsen. Dann wird nicht mehr geerntet. Die Gewächse können sich dann von den ewigen Enthauptungen im Frühjahr erholen und ihre etwa einen Meter langen Triebe produzieren.

Übrigens… Spargel stinkt! Besonders wenn er gegessen wurde. Hierfür ist nämlich ein Enzym verantwortlich, dass die in der Asparagussäure eingeschlossenen schwefelhaltigen Verbindungen spaltet und unangenehm riecht.

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