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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 00:32 Uhr

Wildtiere : Ein Häschen in der Grube

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kleiner Feldhase von Spaziergängern gefunden. Roggendorfer Tierheimleiterin bittet Bürger, Wildtiere in freier Wildbahn zu belassen

von
erstellt am 08.Mai.2014 | 00:19 Uhr

Ein kleines schwarzes Knopfauge und ein bisschen braunes Fell schauen unter dem großen Haufen Heu hervor. Das Feldhäschen hat sich fast vollständig in die getrockneten Gräser eingegraben, die die Mitarbeiter des Tierheims Roggendorf in einen blauen Transportbehälter gelegt haben.

Ein Hund hatte das Feldhasenjunge aufgestöbert und zu seinen Besitzern getragen. Diese brachten den Hasen zu Annette Herbing. „In diesem Fall haben die Leute richtig gehandelt, weil der Hund es bereits im Maul hatte,“ sagt die Tierheimleiterin. „Aber eigentlich sollte man Wildtiere liegen lassen, wo man sie findet.“ Die Eltern würden ihren Nachwuchs oft für einige Zeit allein zurücklassen, aber mehrfach am Tag zurückkommen, um sich um ihre Jungen zu kümmern, erklärt sie. „Mit der Handaufzucht haben die Tiere auch einfach schlechtere Überlebenschancen als in freier Wildbahn“, sagt Herbing. „Es ist schlecht für sie, wenn sie mitgenommen werden, es sei denn, sie sind offensichtlich verletzt.“

Kleine Feldhasen hätten die Angewohnheit sich in ihren ersten Lebenswochen in einem Knick wegzuduken sobald sie Gefahr witterten, sagt Annette Herbing. Sie würden nicht weglaufen. „Und die Mutter ist eigentlich immer in der Nähe.“ Spaziergänger sollten auch Rehkitze oder Waldkäuze, die ihre Jungen zunächst am Boden aufziehen, unbedingt in der Wiese liegen lassen, macht die Tierheimleiterin klar. „Es ist auch gesetzlich festgeschrieben, dass man Wildtiere nicht mitnehmen darf. Sie gehören dem jeweiligen Jagdpächter.“

Der etwa vier Wochen alte Hase wird nun alle drei bis vier Stunden von Hand gefüttert, mit Katzenaufzuchtmilch. Langsam muss er an feste Nahrung gewöhnt werden. „Man kann dann anfangen Löwenzahn, Gras und Heu zuzufüttern“, erklärt Tierpflegerin Theresa Feldt. „Nach etwa zwei bis drei Monaten kann er ausgewildert werden. Am besten dort, wo es ruhig ist.“

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