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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 20:04 Uhr

Wakenstädt : Ein General betritt das Schlachtfeld

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Christof Munzlinger besuchte gestern den Kulturhistorischen Verein 1712. Ort der Schlacht von Gadebusch wurde besichtigt

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Ein Knall: Der Donner einer Kanone hallt über Wakenstädt. Als sich der Rauch verzieht, steht Michael Giss freudestrahlend an seiner Kanone. Christof Munzlinger hingegen zerrt mehrmals am Auslöser. Doch kein Schuss löst sich. „Das ist doch Sabotage“, sagt der Kommandeur des Landeskommandos MV und lacht. Bereits zum vierten Mal an diesem Tag bleibt ein Schuss des Brigadegenerals stecken. „Das ist nichts Außergewöhnliches“, beruhigt Werner Meitzel, der die beiden Bundeswehrvertreter anleitet. „Vor 300 Jahren war das auch schon so“, erzählt der Fußartillerist des Lützower Freikorps Roggendorf. Schließlich schafft es auch Munzlinger seine Kanone abzufeuern, sehr zur Freude der Schaulustigen. Darunter vier Touristen aus dem schwedischen Kallstad, die den Besuch des hochrangigen Militärs erlebten.

Brigadegeneral Munzlinger besichtigte gemeinsam mit seinem Stabschef Michael Giss auf Einladung des Kulturhistorischen Vereins 1712 Gadebusch. Der Arbeitsbesuch war ein Dank für die Unterstützung des Vereins bei der 300-Jahr-Feier der Schelfkirche in Schwerin. „Das Landeskommando ist für die zivil-militärische Zusammenarbeit zuständig. Wir halten den Kontakt nicht nur zur Landesregierung, vielmehr auch zu den Landräten, zu den Bürgermeistern und der Bevölkerung“, erklärt Giss.

Zunächst führte es die Gruppe in die Kirche. Hier ließ es sich der leidenschaftliche Orgelspieler Munzlinger nicht nehmen, in die Tasten zu hauen. Vor allem der weiche Klang der Orgel und die Akustik der Kirche hatten es ihm angetan. „Da muss ich mal mit der Stabskapelle reden. Hier wären ja wundervolle Haydn-Konzerte möglich“, so Munzlinger.

Weiter ging es ins Museum. Lange betrachteten die beiden Offiziere das große Diorama der Schlacht von Gadebusch. Der Vereinsvorsitzende Frank Rohmann erläuterte die Details und zeigte die unterschiedlichen Schlachtpläne von Schweden und Dänen.

Danach fuhr die Gruppe zum Schlachtfeld in Wakenstädt. Die Kanonen warteten dort bereits auf ihren Einsatz. „Ich bin beeindruckt von der Arbeit des Vereins“, so Munzlinger, „mit viel Idealismus, Sachkenntnis und Liebe zum Detail ist man hier bei der Sache.“ Er plant nun am Schlachtfeld einmal eine Fortbildung für die Angehörigen des Landeskommandos zu organisieren. „Vom Thema her gerade für uns in MV dienende Soldaten hochinteressant“, so der Brigadegeneral. Dies wird Frank Rohmann gerne hören. „Wir erhoffen uns durch diesen Besuch eine Förderung des Tourismus, auch im Bereich der Bundeswehr“, so der Vereinsvorsitzende.

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