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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 17:02 Uhr

Debatte : Ein gemeinsames Ja für Rehna

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeisterkandidaten lockte mehr als 100 Gäste in den Lindenhof

von
erstellt am 23.Mai.2014 | 00:10 Uhr

Viele Themen, gemeinsame Ziele, aber unterschiedliche Wege – so in etwa lässt sich die Gesprächsrunde zur Bürgermeisterwahl Rehna beschreiben. Mehr als 100 Bürger ließen sich dort am Abend das Podiumsgespräch des Vereins für Handwerk und Handel Rehna nicht entgehen und forderten Hans Jochen Oldenburg, Martin Reininghaus und Alfred Böttcher im Lindenhof heraus.

Alte Ressentiments flammten in Themengesprächen zu Stadt- und Klosterinformationen auf, brachten letztlich aber keine Antwort darauf, ob sich zwei Stadtinformationen – im Deutschen Haus und am Kloster – rentieren.

Die Standpunkte der Bürgermeisterkandidaten zum Lückenschluss bei Bahn und Bus fragte der Rehnaer Holger Konrad nach. Alfred Böttcher ist grundsätzlich dafür, kann sich allerdings nicht vorstellen, dass solch „ein Millionenprojekt aus naturschutzrechtlicher Sicht auf der Schiene realisierbar ist“. Herausforderer Martin Reininghaus sieht die Zukunft Rehnas eng mit dem Lückenschluss auf der Schiene verknüpft: „Es geht um regelmäßige und zügige Verbindungen.“ Im Vergleich zu Schleswig-Holstein bezeichnete er die Bahnpolitik in MV als nicht zukunftsträchtig. „Mein Engagement bleibt für die Bahn und den Anschluss von Rehna an die Metropolregion“, so Reininghaus. Hans Jochen Oldenburg möchte seine Kraft lieber in den Erhalt der bestehenden Strecke investieren: „Daran müssen wir intensiv arbeiten und nicht am Lückenschluss.“ Angesichts fehlender Nahverkehrskonzepte müsste man aus seiner Sicht umdenken: „Busse halten öfter als die Bahn.“

Axel Maaß forderte Aussagen für ein mehr an Verkehrssicherheit an der Schule. Moderator Tobias Woitendorf kommentierte ein weiteres Mal: drei Kandidaten eine Meinung. So wird die Verlegung des Zebrastreifens auf die andere Seite der Kreuzung in Richtung Köchelstorf als erster Schritt favorisiert.

Kaum anders sieht es in puncto Anschaffung einer Drehleiter für die Feuerwehr aus: Alle drei Kandidaten gaben ein klares Ja für ein mehr an Sicherheit, wenngleich die Form der im Vorfeld geführten Debatten unterschiedlicher nicht sein könnten. Somit gab es für die öffentlichen Äußerungen von Martin Reininghaus Kritik aus den Reihen der Feuerwehr. Er wollte eine stärkere öffentliche Debatte u. a. um mögliche Folgekosten, während Hans Jochen Oldenburg auf die einstimmig gefassten Beschlüsse im Stadtparlament hinwies. Oldenburg: „Angst vor Folgekosten müssen wir angesichts 6400 Euro jährlich nicht haben.“ Alfred Böttcher hält einen Streit über den Leiterkauf für unnötig: „Die Feuerwehr ist das Aushängeschild unserer Stadt.“

Debatten, bei denen es um viel Geld ging. Knapp 800 000 Euro hat Rehna ebenso für den Ankauf von Gewerbeflächen investiert. Zuhörer Klaus Hildebrandt fragt: „Was dürfen wir bei einer Ansiedlung erwarten? Konkrete Antworten: Fehlanzeige.

Klare Positionen gibt es beim Dauerthema Schwerlastverkehr. Trotz aller Bemühungen um eine Neuaufnahme in die Wunschliste zur Umgehungsstraße, soll diese nur für den Notfall weiterhelfen. „Wir wissen nicht was uns in 20 Jahren erwartet“, so Hans Jochen Oldenburg. Martin Reiningshaus sieht den „Schwerlastverkehr als Problem“. Ebenso Alfred Böttcher. Alle Kandidaten verlangen eine stärkerer Initiative vom Kreis und wollen in den kommenden fünf Jahren die Forderungen für eine Verkehrsberuhigung deutlich artikulieren.

Klare Unterschiede gibt es bei den Zukunftskonzepten für Rehna. „Wo steht Rehna 2030?“, lautete die Frage eines Bürgers an die Kandidaten. Alfred Böttcher möchte für den „Erhalt der grünen Lunge, die Kleingärten kämpfen und weniger Baumfällungen zulassen“. Martin Reininghaus will die Altstadt attraktiv halten und dafür „ein Konzept zum Wohnen für ältere Menschen entwickeln“. Hans Jochen Oldenburg wünscht sich attraktive Bauplätze für junge Familien und eine Infrastruktur, die es dem Mittelstand ermöglicht, in Arbeitsplätze zu investieren.

Eine angenehmere Gesprächskultur, transparentere Ausschussarbeit, eine stärkere Bürgerbeteiligung waren weitere Diskussionspunkte. Am Ende wurde deutlich: Alle haben das Ziel, Rehna voranzubringen. Die Entscheidung werden am Sonntag die Wähler treffen.


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