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Von Kiel nach Wismar : Ein Engel auf der Liebesgöttin

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Raddampfer „Freya“ besucht den Hafen in Wismar.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 21:00 Uhr

„Die Göttin der Liebe und ein Engel als Kapitän – was Besseres kann’s doch nicht geben.“ Gerd Engel ist gut drauf. Und hat auch allen Grund dazu. Der 83-Jährige ist topfit, schippert bei schönstem Sonnenschein gut 130 gut gelaunte Ausflügler in die Wismarbucht und das auch noch auf der „Freya“, einem 112 Jahre alten und verdammt schmucken Raddampfer, der unter dem Namen einer nordischen Liebesgöttin auf Ostseetörn unterwegs ist – Seemannsherz, was willst du mehr?

Eine achtstündige Überfahrt aus Kiel hat die 20-köpfige Besatzung hinter sich, eine mehrtägige Tour auf der Ostsee vor sich. „Wismar ist traditionell die erste Station unserer alljährlichen Ostsee-Tournee“, sagt Gerd Engel. Rostock, Stralsund, Greifswald, Wolgast, Ueckermünde folgen. Die Gäste kämen von überall her. Das Einzugsgebiet reiche von der polnischen Grenze bis nördlich des Mains und bis zur holländischen Grenze. Für die circa fünfstündigen Fahrten in See nehmen die Ausflügler sogar bis zu sechs Stunden Anfahrt mit dem Bus in Kauf.

Seltener Besuch:  Der 112 Jahre alte Raddampfer „Freya“ zu Gast in Wismar.
Seltener Besuch: Der 112 Jahre alte Raddampfer „Freya“ zu Gast in Wismar. Foto: Holger Glaner
 

Kein Wunder, meint der Pensionär: „Schauen Sie mal, wie gepflegt dieses wunderbare Schiff ist. Das Messing auf Hochglanz poliert, dazu das viele dunkle Holz. Und dann noch ein Raddampfer, wo gibt es denn so etwas noch?“ Dieses Schiff habe – wie übrigens alle anderen auch, davon ist der Kapitän im Ruhestand überzeugt – ein Herz und eine Seele. Deshalb könne er mit der „Freya“ auch sprechen. Und das ist dann wirklich etwas Besonderes.

Genauso wie die alte Dampfmaschine, die neugierige Fahrgäste aus dem unteren Salon durch die verglasten Schaufenster während der Fahrt beobachten können. Genauso wie die rotierenden riesigen Seitenräder. Und genauso wie die liebevoll und detailbesessen restaurierten und renovierten Salons des Raddampfers. Doch das ist noch nicht alles. Denn offensichtlich müssen auch Engel sich zwischendurch mal stärken. „Da werden unten in der Kombüse wunderbare Köstlichkeiten vorbereitet. Und als besonderer Clou schweben die dann auch noch besonders eindrucksvoll samt Personal mit einem Buffet-Lift aus der Küche direkt in den Salon“, schwärmt der Mann, für den die Seefahrt sein Leben bedeutet.  

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