Ein Campingplatz blüht wieder auf

<strong>Ran ans Unkraut:</strong> Ferdinand Korte bringt seinen Campingplatz auf Vordermann. Die neue Rezeption ist auch bald bezugsfertig. <fotos>Hans Taken (2)</fotos>
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Ran ans Unkraut: Ferdinand Korte bringt seinen Campingplatz auf Vordermann. Die neue Rezeption ist auch bald bezugsfertig. Hans Taken (2)

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24. Juli 2012, 09:25 Uhr

Perlin | Das Dach ist undicht, die Scheiben dreckig, die Farbe blättert ab - die alte Rezeption des Campingplatzes in Perlin ist marode, unansehnlich und wenig einladend. "Das reißen wir ab", sagt Ferdinand Korte und zeigt anschließend auf ein verwittertes Holzschild, auf dem der Schriftzug "Campingparadies" kaum noch zu lesen ist. Das Schild soll auch weg - und aus dem "Campingparadies" der "Natur-Campingplatz" werden.

Ferdinand Korte ist 53 Jahre alt und kommt aus dem Märkischen Kreis. "Jetzt bin ich von Lüdenscheid nach Perlin gekommen, um den Campingplatz auf Vordermann zu bringen", sagt Korte. Der Campingplatz gehört ihm schon seit 1992, doch betrieben hat er ihn selber noch nie. Er hatte die Anlage verpachtet, sein Pächter den Platz wiederum unterverpachtet. "Das hat sich nicht bewährt und der Platz war ganz schön herunter gekommen", sagt Korte und legt den elektrischen Freischneider aus der Hand. Damit hatte er gerade wieder eine Stelle des Platzes von dem Unkraut befreit, das sich lange Zeit so ausbreiten konnte, wie es wollte. Stück für Stück hat sich der gelernte Kfz-Mechaniker seit dem Saisonbeginn im April durch die Parzellen geschnitten, von denen es auf der Anlage unweit des Dümmer Sees rund 100 gibt. Rund 35 sind derzeit von Dauercampern belegt. Bald sollen wieder mehr kommen.

Die neue Rezeption ist fast fertig, das Holzhaus neben der Schranke braucht jedoch noch einen Boden. Auch die Renovierung der Sanitäranlagen ist noch nicht abgeschlossen. "Aber hier hat sich in diesem Jahr viel getan", sagt Herbert Evert. Seit 17 Jahren ist der Lübecker mit seiner Frau Renate Stammgast in Perlin. "Hier wurde viele Jahre lang nichts mehr gemacht", berichten sie. Das Wochenende haben die Everts mit ihrer Enkelin Amy-Sue wieder auf dem Campingplatz verbracht, und endlich spielt auch das Wetter mit. "Ich war heute schon baden, ohne Schwimmflügel", sagt die Vierjährige stolz. Und die Großmutter beim "Mensch ärgere Dich nicht-Spiel" hat sich auch gerade geschlagen. Was für ein schöner Tag. "Wir sind gerne in Perlin, weil es hier so viel Natur gibt und es so schön ruhig ist", schwärmen die Lübecker. Und sie hoffen, dass bald auch wieder mehr Gäste ihre Wagen auf den Platz ziehen, denn ein nettes Gespräch mit anderen Campern sei ihnen auch wichtig.

In der Nähe des alten Drahtzauns, der den Campingplatz umrahmt, steht ein großer Tank. Er ist das Herzstück der Biokläranlage, die nach dem 15. Oktober, wenn die Saison zu Ende ist, im Boden versenkt werden soll. Noch steht für Ferdinand Korte, Frau Sonja und Sohn Jonas nicht ganz fest, ob sie ihren Lebensmittelpunkt von Nordrhein-Westfalen ganz nach Nordwestmecklenburg verlagern werden. Fest steht für sie aber, dass der Campingplatz wieder aufblühen soll. Aber es wartet noch viel Arbeit auf die Kortes. Noch stehen auf der Anlage, die es schon seit DDR-Zeiten gibt, etliche marode Campingwagen mit Anbauten, deren Besitzer sich seit Jahren nicht mehr haben blicken lassen. Ein altes Teil ist erst vor wenigen Wochen abgerissen worden. Platz für neue Gäste - und wenn diese kommen, ist die alte Rezeption vielleicht auch schon verschwunden.

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