Arbeitsagentur will Fachkräfte zurück nach NWM holen : Ein Brief an die Pendler

<strong>Werden in der Woche</strong> vor Ostern an Parkplätzen nahe der Autobahn 20 hinter die Autoscheiben geklemmt: die Pendlerbriefe der Arbeitsangentur und des Landkreises.<foto>Hans Taken</foto>
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Werden in der Woche vor Ostern an Parkplätzen nahe der Autobahn 20 hinter die Autoscheiben geklemmt: die Pendlerbriefe der Arbeitsangentur und des Landkreises.Hans Taken

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah". So halten es derzeit die Arbeitsagenturen Schwerin und Wismar sowie der Landkreis NWM, die mit einer Pendlerbrief-Aktion Fachkräfte in die Region holen wollen.

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18. März 2013, 06:05 Uhr

Gadebusch/Wismar | "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah". Frei nach diesem Sprichwort halten es derzeit die Arbeitsagenturen Schwerin und Wismar sowie der Landkreis Nordwestmecklenburg, die mit einer Pendlerbrief-Aktion Fachkräfte in die Region holen wollen.

Schleswig-Holstein oder Hamburg - das sind vornehmlich die Ziele, die täglich oder wöchentlich von rund 15 000 Nordwestmecklenburgern angesteuert werden, um einer Arbeit nachgehen zu können. "Das Pendeln", sagt Dirk Heyden, "belastet erwiesenermaßen." Das gelte, so der Chef der Agentur für Arbeit in Schwerin weiter, sowohl für die Arbeitsleistung als auch für das familiäre Umfeld. "Im Pendlerbief zeigen wir die Chancen auf Arbeit und Berufsausbildung in der Region auf", ergänzt Heyden. Und Chancen auf Arbeit, die seien da. "Es gibt fast 1000 offene Stellen im Landkreis", weiß Edgar Macke, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Wismar.

Anlagenmechaniker in Dassow, Werkstattleiter in Rehna, Lackierer für Holz und Metall in Grevesmühlen - auf den Innenblättern des Pendlerbriefs werden konkret Stellen angeboten. Dazu gibt es eine Übersicht mit den Top 10-Branchen - von Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik über Werbung/Marketing bis zur Gastronomie - in denen derzeit die meisten Stellen frei sind.

Für Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse steht fest: "Unser Landkreis hat in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung gemacht, um die uns andere Regionen beneiden können." Eine gut ausgebaute Infrastruktur, zahlreiche neue Betriebsansiedlungen, intakte Natur und kulturelle Höhepunkte seien Argumente, so Hesse weiter, "mit denen wir punkten können." Die Unternehmen im Landkreis seien auf der Suche nach Arbeitskräften. "Beschäftigte wechseln in den Ruhestand und den Arbeitgebern fällt es zunehmend schwerer, ihre offenen Stellen zu besetzen", sagt Hesse.

1000 Pendlerbriefe werden gedruckt und in der kommenden Woche an Tankstellen und Raststätten nahe der Autobahn 20 ausgelegt. Zudem werden die Briefe hinter die Scheibenwischer von Autos geklemmt, die auf den Stellplätzen in Autobahnnähe parken. "Es wird keine Massenbewegung geben. Aber wenn nur zehn Pendler auf den Brief reagieren würden, das wäre schon etwas", sagt Rückkehrkoordinator Edgar Macke. Mit dieser Aktion, so Macke, sollen aber nicht nur Pendler angesprochen werden. "Es gibt Nordwestmecklenburger, die in anderen Bundesländern leben und arbeiten, aber gerne zurückkommen würden. Auch ihnen wollen wir eine Rückkehr schmackhaft machen und ihnen helfen, die passende Arbeit zu finden."

Eine einmalige Aktion soll der Pendlerbrief nicht bleiben. Die Organisatoren wollen von Zeit zu Zeit immer wieder neue Einlegeblätter mit Jobangeboten in die A 5-Broschüre packen, um neue Fachkräfte für den Landkreis zu gewinnen.

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