Der Winter in der region : Ein Blick in die Eiszeit

Durch zugefrorene Häfen kommen nur die starken Boote problemlos.
Durch zugefrorene Häfen kommen nur die starken Boote problemlos.

Nicht nur vor 40 Jahren hatte der Winter Nordwestmecklenburg fest im Griff – eine Betrachtung der kalten Jahreszeit

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11. Januar 2019, 21:02 Uhr

„Der nächste Winter kommt bestimmt“! Dieser volksmundige Spruch ist eigentlich überholt. Denn wir sind bereits mittendrin, noch allerdings eis- und schneegebremst. Das ganze Gegenteil erleben derzeit die Gebirgsmenschen in Bayern, Österreich und auch im Harz. Statt Schneechaos erleben wir Nordlichter noch immer eine graue, nasskalte und relativ milde Jahreszeit. Lediglich Sturm und Hochwasser sorgten bei uns jüngst für Schlagzeilen.

Doch man sollte den Winter nicht vor dem Frühling loben. Denn wettermäßig ist noch alles drin, heißt es bei den unterschiedlichsten Weissagungen. In denen ist vom noch zu erwartenden, strengen Winter ebenso die Rede, wie von weiterhin relativ milder Wetterlage. Gestandene Meteorologen lagen dagegen Wert auf die Tatsache, dass Langzeitprognosen zu diesem Thema unrealistisch seien.

Sicher ist dagegen, warum sich das Klima ändern kann.
Der für unsere Breiten alles bestimmende Golfstrom transportiert stetig Wärme in Richtung Westeuropa. Und davon profitieren letztlich auch wir. Dreht der Wind durch meteorologische Erscheinungen polaren Ursprungs, fehlt eine Barriere gegen kalte Luftmassen. Das könnte russische Kälte aus dem Osten bedeuten und es würde richtig kalt werden. Nur wann das passiert, lässt sich langfristig eben nicht bestimmen.

Also begnügen wir uns weiter mit den schon hinreichend medial in Szene gesetzten frostigen Erinnerungen, wie den Jahrhundertwinter vor 40 Jahren.

Doch warum so weit zurückblicken? Wie wär’s mit den Wettereskapaden vom Jahresbeginn 2010. Es begann zunächst mit dem Tief „Daisy“. Doch dann kam es noch dicker. Ein Schneesturm verursachte am letzen Januarwochenende vor neun Jahren, chaotische Zustände in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Meterhohe Schneewehen schnitten etliche Dörfer und Gemeinden von der Außenwelt ab. Verkehrsprobleme legten vielerorts das gesamte gesellschaftliche Leben lahm. Dabei ging sogar das Streusalz zur Neige. Und das, trotz der nicht mehr vorhandenen DDR-Planwirtschaft. Die Nachlieferung klappte einfach nicht und zeigte dem Winterdienst seine logistischen Grenzen. Lang anhaltende Dauerfröste wollten einfach nicht abklingen und sorgten für eine wirklich unangenehm lange „Eiszeit“, die auch ohne Jahrhundertwinter fast alle Berufszweige und damit die Wirtschaft im Lande echt forderte. Doch, wie schon häufig im Vorfeld verkündet, sei man für diesen Winter ja bestens gerüstet. Wenn er ein normaler bleibt.

Hans-Joachim Zeigert

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