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Taubenzüchter in Gadebusch : Ein Bayer kommt nach Gadebusch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Züchter „Altdeutscher Kröpfer“ aus dem gesamten Bundesgebiet beraten über die Zukunft dieser Taubenrasse

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 04:45 Uhr

Wenn es um seine Altdeutschen Kröpfer geht, ist Georg Lettenmeier aus Oettingen keine Reise zu lang. Etwa 860 Kilometer legte der Bayer jetzt zurück, um an der Jahreshauptversammlung des Sondervereins Altdeutscher Kröpfer von 1908 im Vereinsheim des Gadebuscher Rassegeflügelvereins teilzunehmen.

Hierher kamen am Wochenende gut 20 Züchter dieser Taubenrasse aus ganz Deutschland. „Das Fahren ist gar kein Problem. Wir haben das gleich mit einem kleinen Urlaub verbunden“, erklärte Lettenmeier genauso wie viele andere seiner Züchterkollegen. Darunter war auch Peter Jenner aus Münster. Der 64-Jährige hatte dabei noch einen der kürzesten Anfahrtswege auf sich zu nehmen. „Ich bin mit meiner Frau seit Donnerstag hier. Wir haben uns Lübeck und Schwerin angesehen. Auf dem Weg nach Boltenhagen mussten wir wieder umkehren, da der Sturm einen Baum vor uns auf die Straße gelegt hatte“, berichtete der Münsteraner. Er züchtet seit seinem zwölften Lebensjahr diese größte Taubenrasse und ist stolz darauf, dass dieser Sonderverein nun bereits seit 109 Jahren existiert. „Wir haben noch etwa 40 Mitglieder. Ich hoffe, dass sich immer einige finden, die diese Zucht weiterbestehen lassen“, erklärte er.

Eine Anreise von mehr als 550 Kilometern schreckte auch Raimund Möser nicht, das Angebot des Gadebuscher Rassegeflügelvereins anzunehmen, hier die bundesweite Versammlung auszutragen. „Ich würde auch noch weiter fahren“, erklärte der 64-Jährige. Der Züchter aus Hanau-Steinheim ist seit dem vergangenen Jahr Vorsitzender des Vereins und nahm das Angebot von Jens Zollhöfer, Vorsitzender des Gadebuscher Vereins, gerne an. „Ich züchte seit 25 Jahren die Altdeutschen Kröpfer und bin sehr am Fortbestand des Vereins interessiert“, sagte er. Er machte noch einmal auf die Besonderheit dieser Tauben aufmerksam. Diese seien mit einer Flügenspannweite von bis zu 130 Zentimetern zwar weitestgehend flugunfähig und würden aufgrund ihrer Form auch die eigenen Eier nicht mehr ausbrüten können, wären aber dennoch mit bis zu 800 Gramm Gewicht die imposantesten Tauben der Welt, erklärte der Sondervereinschef. Er bedankte sich zudem noch einmal bei Jens und Karl-Heinz Zollhöfer, die in diesem Jahr für die Austragung der Versammlung gesorgt hatten. Dazu zählte auch ein Programm für die mitgereisten Ehefrauen der Mitglieder. Denn die begaben sich auf eine Stadtführung und nutzten so die freie Zeit am Sonntag.

Im Gadebuscher Vereinsheim indes wurden die mitgebrachten Tiere genauestens in Augenschein genommen und festgelegt, was man noch verbessern kann und wie die künftigen Nachzuchttiere der Idealform noch näher kommen könnten. „In diesem Jahr habe ich leider keine Nachzuchttiere. Mal sehen, ob es mir im kommenden Jahr wieder gelingt“, erzählte der Gadebuscher Karl-Heinz Zollhöfer, der als einziger Züchter in Mecklenburg-Vorpommern diese schwer zu vermehrende Taubenrasse noch organisiert nachzieht. Nach vier Tagen in und um Gadebusch begaben sich die Taubenzüchter schließlich wieder auf die Rückreise. Wieder mussten bis zu 900 Kilometer zurückgelegt werden – aber nicht in Vogelfluglinie.

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