Mädchentreff und Freizeithaus Gadebusch : „Ein Aus wäre ein riesiger Verlust“

sga

Die Vorsitzende des Kreis-Jugendhilfeausschusses warnt vor den Folgen einer Schließung zweier Jugendtreffs in Gadebusch

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30. Juni 2016, 21:00 Uhr

Nach Bekanntwerden des drohenden Aus’ des Mädchentreffs und Freizeithauses in Gadebusch hat die Vorsitzende des Kreis-Jugendhilfeausschusses, Judith Keller, vor möglichen Folgen gewarnt. „Ein Aus wäre ein riesiger Verlust für die Kinder, denen ein Stück Lebensqualität genommen würde. Denn sie blühen in beiden Einrichtungen auf“, sagte Keller gegenüber der SVZ. Sie attestiert beiden Häusern eine tolle Arbeit für Kinder und Jugendliche und sieht mehr denn je die Stadt in der Mitverwantwortung. „Sie hätte sich schon viel länger Gedanken machen müssen, wie es künftig weiter geht. Ein Aussitzen wäre die schlechteste aller Lösungen“, so Keller.

Sämtlichen Beschäftigten des Kinder- und Jugendfreizeit e. V. wurde in diesen Tagen die Kündigung zum 31. Dezember 2016 ausgehändigt. Zur Diskussion steht zudem die Vereinsauflösung. Darüber hinaus wird in Gadebusch das Aus des 1993 gegründeten Mädchentreffs befürchtet. Dessen Verein soll zum Ende des Jahres aufgelöst werden.

Die Vorsitzende des Kreis-Jugendhilfeausschusses hofft, dass möglichst schnell eine Lösung gefunden und ein reibungsloser Übergang auf einen neuen Träger möglich werde. Dabei sollten möglichst viele Angebote des Freizeithauses und Mädchentreffs auch künftig unter dem Dach eines neuen Trägers ermöglicht werden. Dies setze voraus, dass sich ehrenamtliche Kräfte auch weiterhin für Kinder und Jugendliche einsetzten.

Ein potentieller Interessent für die Kinder- und Jugendarbeit in und um Gadebusch ist der DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg. Er betreibt bereits in der Kreisstadt Wismar ein Kinderjugendfreizeitzentrum sowie Jugendclubs in Boltenhagen und Neuburg.

Anfang nächster Woche kommt es in Gadebusch zu einem Treffen des DRK mit Bürgermeister Ulrich Howest und Vertretern des Landkreises, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Judith Keller hofft, dass aus zwei Häusern nunmehr eine Einrichtung werde, die dann die Angebote des Freizeithauses und Mädchentreffs übernehme. „Die Jugendarbeit ist enorm wichtig, wenn wir weiterhin ein ruhiges Gadebusch haben wollen. In Schulen kann nämlich nicht alles aufgefangen werden“, verdeutlicht Keller.

Bereits vor Monaten hatten die Leiterinnen des Mädchentreffs und Freizeithauses angekündigt, in diesem Jahr in den Ruhestand wechseln zu wollen. Nachfolger mit entsprechender Qualifikation für diese durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Stellen zu finden, ist nach Einschätzung von Experten äußerst schwierig. Denn auf dem freien Markt gebe es derzeit so gut wie keine Sozialpädagogen.

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