zur Navigation springen

Nestlé-Neubau in Schwerin : Ein Auftrag der Superlative

vom

Es ist der größte Auftrag der Firmengeschichte: 42.000 Quadratmeter - so groß ist das Dach, das das Roggendorfer Unternehmen Paulsen dem Nestlé-Werk aufsetzen wird. Eine Fläche so groß wie sieben Fußballfelder.

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 05:57 Uhr

Roggendorf | Es ist der größte Auftrag der Firmengeschichte: 42 000 Quadratmeter - so groß ist das Dach, das das Unternehmen Paulsen dem Nestlé-Werk in Schwerin aufsetzen wird. Eine Fläche so groß wie sieben Fußballfelder. In genau zehn Tagen wird der Roggendorfer Betrieb mit den Arbeiten am Neubau des Nahrungsmittelkonzerns im Gewerbegebiet Göhrener Tannen beginnen. In fünf Monaten, am 14. Dezember, müssen Chef Andreas Paulsen und seine Mitarbeiter mit den Dacharbeiten fertig sein. Exakt 100 Tage sind für die reine Bauphase am Dach vorgesehen. "Ein solcher Auftrag ist einmalig. Ich glaube nicht, dass es sowas in den nächsten 20 Jahren nochmal für uns gibt", sagt Andreas Paulsen.

Es ist ein Auftrag der Superlative für das Familienunternehmen, das insgesamt 70 Angestellte beschäftigt: Durchschnittlich 25 bis 30 Mitarbeiter werden täglich auf der Baustelle tätig sein, von bis zu 45 Arbeitern in Spitzenzeiten geht Andreas Paulsen (47) derzeit aus. Mehrere Subunternehmer - unter anderem für Lieferung und Installation von Trapezblechen, Lichtkuppeln, Rauchabzugsanlagen und die Verblechung der Attika - wird Paulsen beschäftigen. Und allein die Vorbereitungen der Arbeiten nehmen bereits vier Wochen in Anspruch und werden zwei weitere Wochen dauern. Zwei Mitarbeiter, darunter Dachdeckermeister Chris Paulsen, Sohn des Firmeninhabers, kümmern sich ausschließlich um die kaufmännischen, logistischen und technischen Vorarbeiten und werden mit Beginn des Einsatzes an der Schweriner Baustelle von morgens bis abends vor Ort sein. "Mit der Logistik und Vorbereitung steht und fällt bei einem solchen Projekt alles", sagt Chris Paulsen (22). Denn sobald bei einem Auftrag in dieser Größenordnung etwas schief laufe, rede man schnell über eine fünfstellige Schadenssumme. Die Arbeit selbst indes sei nichts anderes als das, was sie sonst auch jeden Tag machten, sagen Vater und Sohn - wenn auch in einer anderen Größenordnung: Sie hätten bereits Aufträge gehabt, bei denen es um bis zu 12 000 Quadratmeter Dachfläche ging, in der Regel jedoch seien es 1500 bis 3000 Quadratmeter.

Fünf Mitbewerber um den Auftrag habe es gegeben, berichtet Andreas Paulsen, der jedoch nicht über Zahlen zum Auftragsvolumen sprechen möchte. Und dabei hatte sich sein mittelständisches Familienunternehmen tatsächlich kaum Hoffnungen auf den Zuschlag gemacht. "Wir sind da ganz realistisch rangegangen und haben mit einer vielleicht zweiprozentigen Chance gerechnet." Als der Auftrag schließlich kam, seien sie "sehr, sehr überrascht" gewesen.

Paulsen und sein Team begreifen den Auftrag für den Nahrungsmittelkonzern als Herausforderung. "Wir haben die Erfahrung, das erfolgreich abzuschließen. Natürlich wird uns das mehr abverlangen als ein normaler Auftrag, aber ich kann mich auf meine Mitarbeiter in allen Bereichen verlassen", so Andreas Paulsen. Gerade seine Angestellten freuten sich auf den Großauftrag: "Wir arbeiten sonst 90 Prozent in Hamburg und dem Umland. Für die Mitarbeiter ist es toll, dass dieser Auftrag vor der Haustür liegt." Zwar müsse er für den Großauftrag keine neuen Mitarbeiter einstellen, doch das Thema Fachkräftemangel sei ein Dauerbrenner in seinem Betrieb. "Ich würde gerne noch drei bis fünf Zimmerer, Dachdecker und Dachklempner einstellen", so Paulsen, der vom 1. August an auch vier neue Auszubildende beschäftigt.

Zwischen 350 und 450 Arbeiter seien auf der Nestlé-Baustelle insgesamt beschäftigt. "Es ist klar, dass da logistisch einige Regeln gelten müssen", sagt Andreas Paulsen. Unter anderem achte der Konzern verstärkt auf die Schutzausrüstung der Beschäftigten. "Mit der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen sind wir bisher wirklich sehr zufrieden", so die Roggendorfer. Das Unternehmen Nestlé baut im Gewerbegebiet Göhrener Tannen für 220 Millionen Euro ein Werk für die Produktion von Dolce-Gusto-Kaffeekapseln. Bereits zum Jahresende soll die Produktion beginnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen