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Leitart für intakte Gewässerlandschaften: Mit ihren hohen Lebensraumansprüchen gelten Fischotter als Qualitätsnachweis.
Leitart für intakte Gewässerlandschaften: Mit ihren hohen Lebensraumansprüchen gelten Fischotter als Qualitätsnachweis.

Gute Nachrichten: Die Bestände von Fischottern sind im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee gestiegen

svz.de von
10. Februar 2018, 12:00 Uhr

Zwar treffe ich sie persönlich nur selten an, lieb gewonnen habe ich die schönen Tiere aber schon lange. Neben unseren vielseitigen Aufgaben gehe ich sehr gerne, genau genommen viermal jährlich, auf Spurensuche nach Fischottern.

Monitoring, also die Beobachtung und Sammlung von wissenschaftlich belastbaren Informationen, ist eine der Hauptaufgaben meiner Tätigkeit als Ranger. Im Rahmen des Fischotter-Monitorings des Landes Mecklenburg-Vorpommerns begeben sich meine Kollegen und ich an 30 feste Probestellen im Gelände, entlang von Gewässerufern, Gräben, Kleingewässern und Brücken. Anhand von Trittspuren, Kotspuren und Futterresten können wir Aussagen zu den Beständen und der weiteren Verbreitung der Tiere rund um den Schaalsee seit 1990 treffen.

Erfreulich ist, dass die Bestände hier am Schaalsee gestiegen sind. Ein Grund ist die verbesserte Wasserqualität der Seen im Unesco-Biosphärenreservat und die renaturierten Fließgewässer. Die bedrohten Tiere gelten aufgrund ihrer hohen Lebensraumansprüche als Leitart für intakte Gewässerlandschaften. Weiterhin sind in unserer Region in denvergangenen Jahren weniger Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Das liegt sicherlich auch an den sogenannten Otterbermen, große Trittsteine oder Laufbretter unterhalb von Brücken, mit denen viele Brücken im Gebiet ausgestattet hat. Trifft ein Fischotter nämlich auf seinen Wanderungen entlang der Bäche und Flüsse auf eine Brücke, dann unterquert er diese nur, wenn dies trockenen Fußes möglich ist.

Früher wurde dem Fischotter sein Fell zum Verhängnis: Kürschner fertigten aus dem dichtesten Fell der gesamten Tierwelt gerne Mützen und Kragen und es gab sogar ein staatliches Prämiensystem, mit dem die Otter-Jagd vorangetrieben wurde. Umfangreiche Trockenlegungen seiner Lebensräume, großräumiges Abholzen von Ufervegetation und Verbauung von Gewässern taten ihr übriges. Gleichzeitig bewirkten Pestizide und Schwermetalle, dass viele Fischotter trotz der Unterschutzstellung nicht in der Lage waren, sich fortzupflanzen. Seit einigen Jahren können dank der Bemühungen meiner Kollegen und mir aber wieder Erfolge im Fortbestand der zu der Familie der Marder gehörenden Art verzeichnet werden.

Ich bin daher optimistisch, dass mir in Zukunft beim Fischotter-Monitoring auch mal ein Otter begegnen wird.

Auch in der Bildungsarbeit des Biosphärenreservatsamtes spielt das Tier eine tragende Rolle. Mit „Fritz Fischotter“ begeben sich meine Kollegen im Südteil des UNESCO-Biosphärenreservates seit mittlerweile zehn Jahren mit den Vorschulkindern der Kita Bantin bei Zarrentin jährlich auf eine abenteuerliche Reise entlang des Hammerbachs. Die sogenannten Hammerbach-Paten erkunden auf den Spuren ihres Maskottchens die Natur rund um den Lebensraum des Fischotters.

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