Utecht : Ehrennadel für Christel Anskat

„Es ist eine so eine schöne Aufgabe, sich für andere Menschen zu engagieren. Man bekommt immer etwas zurück“, sagt Christel Anskat aus Utecht. Sie erhielt die goldene Ehrennadel des DRK.
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„Es ist eine so eine schöne Aufgabe, sich für andere Menschen zu engagieren. Man bekommt immer etwas zurück“, sagt Christel Anskat aus Utecht. Sie erhielt die goldene Ehrennadel des DRK.

Die Utechterin hält dem Deutschen Roten Kreuz seit 60 Jahren die Treue und bekam eine Auszeichnung aus Berlin

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18. Oktober 2014, 00:12 Uhr

Ein Leben für das Ehrenamt: Die Utechterin Christel Anskat ist für ihre 60-jährige Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet worden. So sehr sie sich über die Auszeichnung aus Berlin auch freuen mag, so groß ist ihr Wunsch, dass sich mehr junge Menschen dem Ehrenamt verpflichtet fühlen.

„Es ist eine so eine schöne Aufgabe, sich für andere Menschen zu engagieren und einzusetzen. Man bekommt immer etwas zurück. Davon zehre ich bis heute“, sagt die 77-Jährige. Vor allem in der heutigen Zeit benötigten zahlreiche ältere Menschen Hilfe und Unterstützung – und sei es in Form der Nachbarschaftshilfe.

Mit 17 Jahren war Christel Anskat in ihrer Lehrzeit ins Deutsche Rote Kreuz eingetreten. Damals lebte sie noch in Cottbus und machte eine Ausbildung zur Erziehungshelferin. Später zog sie der Liebe wegen ins Mecklenburgische, arbeitete unter anderem für die damalige LPG „Frischer Wind“. Sie absolvierte Lehrgänge und wurde Rinderzuchtmeisterin. Als vierfache Mutter baute sie den DRK-Ortsverein Utecht mit auf, den es heute nicht mehr gibt.

Dem DRK blieb Christel Anskat treu. In den 1990er-Jahren machte die Utechterin noch einen Pflegelehrgang und wechselte in den DRK-Ortsverband Groß Grönau (Schleswig-Holstein) – jenseits der Wakenitzbrücke.

„Was mich heutzutage ärgert, ist der Umgang mit älteren Menschen – diese Respektlosigkeit. Oder dass Trickbetrüger es gezielt auf Senioren abgesehen haben, wie zuletzt in Gadebusch, wo ein falscher Schornsteinfeger am Werk war“, sagt Anskat.

Dass sie den Großteil ihres Lebens ehrenamtlich tätig sein würde, habe vermutlich mit ihrem Elternhaus zu tun. Dort habe man auch anderen geholfen und unterstützt. „Zu Weihnachten hatte meine Mutti zum Beispiel immer Leute eingeladen, die alleine waren oder niemanden mehr hatten“, erinnert sich die Utechterin.

Als herzensguter Mensch bezeichnet Bürgermeister Andreas Spiewack Christel Anskat. Sie kümmere sich rührend um ältere Menschen in der Gemeinde Utecht.

Gesehen hat Christel Anskat Vieles in ihrem Leben, auch Leidvolles. „Wir kamen als Flüchtlingskinder von Niederschlesien über die Neiße nach Guben. Das hat uns Flüchtlingskinder für ein Leben lang geprägt“, so Christel Anskat. Ihr Vorbild ist eine Frau, die auf der Vorderseite von Christel Anskats DRK-Mitgliedsbuch auf einem Foto zu sehen ist: Agnes Bojaxhiu. Sie war einst in den Orden der Loretto-Schwestern in Dublin eingetreten und wurde später als Mutter Theresa berühmt. Auf dem Foto steht ihr Lady Diana gegenüber.


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