Gadebusch : Ehrennadel: Diskussion um Preisgeld

Landkreis-Mitarbeiterin Petra Rappen (l.) wird Besuchern der Malzfabrik auch einen Panoramablick über die Dächer der Kreisstadt gewähren lassen. Rechts im Bild: die stellvertretende Landrätin Kerstin Weiss.
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Landkreis-Mitarbeiterin Petra Rappen (l.) wird Besuchern der Malzfabrik auch einen Panoramablick über die Dächer der Kreisstadt gewähren lassen. Rechts im Bild: die stellvertretende Landrätin Kerstin Weiss. Fotos: Michael Schmidt

Eine SVZ-Umfrage ergibt geteilte Meinungen unter Kommunalpolitikern Nordwestmecklenburgs

svz.de von
29. September 2017, 12:00 Uhr

Sollte die Ehrung mit der Ehrennadel des Landkreises durch einen finanziellen Anreiz aufgewertet werden? Dies Frage stellten wir nach der Veröffentlichung unseres gestrigen Beitrags „Nur Ruhm und Ehre fürs Ehrenamt?“ diversen Kommunalpolitikern. Das Echo ist querbeet.

„Um Gottes Willen, nein! Daran sollte kein Preisgeld hängen. Dadurch werden die ehrenamtlichen Aktivitäten nicht mehr, größer oder besser“, sagt Christian Albeck. Der stellvertretende Kreistagspräsident glaubt, dass bei denen, die Vorschläge zur Ehrung einreichen dürfen – das sind Mitglieder des Kreistages, Bürgermeister, Wohlfahrts- und Jugendverbände, Vereine und deren Dachverbände sowie Kirchen – eine gewisse Trägheit herrscht. Bei Kreistagsmitgliedern beispielsweise läge so etwas oft ganz unten im Stapel.

Nach Ansicht des SPD-Politikers sollte aber darüber nachgedacht werden, die Ausschreibungskriterien zu überarbeiten. Denn das geforderte besondere ehrenamtliche Engagement soll laut Ausschreibung nicht nur über das übliche Maß, sondern möglichst auch über die Kreisgrenzen hinausgehen. Christian Ahlbeck: „Lokale Akteure bleiben so von vornherein außen vor. Das finde ich schade.“

Für Jörg Haase ist die Zahl von gerade einmal sieben Vorschlägen zur Ehrennadel-Ehrung keine Sache eines fehlenden finanziellen Anreizes, sondern eine der mangelhaften Kommunikation. „Vorschläge zur Ehrennadel einzureichen, fällt einem immer erst ein, wenn die Ehrung kurz bevorsteht“, sagt das künftige Kreistagsmitglied der Fraktion Ländlicher Raum, Umwelt und Landwirtschaft (LUL). Eigentlich solle man ständig auf der Suche nach solchen Ehrenämtlern sein und nicht erst krampfhaft kurz vor der Ehrung damit anfangen.

Den Vorwurf mangelhafter Kommunikation indes weist der Landkreis zurück. „Die Ausschreibungen für die Ehrennadel sowie den Umwelt-bzw. Kulturpreis wurden in der Mai-Ausgabe des ’Nordwestblick’ und auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht“, sagt Petra Rappen. Darüber hinaus hätte es nach Aussage der Kreispressesprecherin ausführliche Informationen in der Juni-Ausgabe des Informationsblattes des Landkreises sowie im Internet und mehrfach Medieninformationen gegeben.

Gegen ein Preisgeld spricht sich auch Rico Greger aus. „Ehrenamt bleibt Ehrenamt“, sagt das CDU-Kreistagsmitglied und Bürgermeister der Gemeinde Roggendorf.

Lediglich Simone Oldenburg sieht die Sache komplett anders, als alle anderen vorgenannten Akteure. Demjenigen, der ein Ehrenamt betreibe, koste das in der Regel auch Geld, so die Linken-Politikerin in Nordwest-Kreistag und Landtag MV. Es müssten ja keine Millionen sein, aber für hundert Euro könne ein Geehrter schon dreimal tanken fahren. Simone Oldenburg: „Ein finanzieller Anreiz wäre für diese Menschen mal etwas anderes als nur ein feuchter Händedruck.“ 

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