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Brandserie Rüting : Ehemaliger Feuerwehrmann muss ins Gefängnis

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Amtsgericht Wismar schickt einen 20-Jährigen für zwei Jahre und sechs Monate hinter Gitter

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 18:25 Uhr

Das Amtsgericht Wismar hat einen ehemaligen Feuerwehrmann zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der inzwischen 20-Jährige mehrere Brände in und um Rüting gelegt hat und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte. Durch die Brandserie zwischen Mai und Juli vergangenen Jahres entstand ein Schaden von mindestens 100 000 Euro.

Für die Täterschaft des Angeklagten hätten nach Auffassung des Gerichts zahlreiche Umstände gesprochen, unter anderem Täterwissen, das er bei einem Geständnis gegenüber der Polizei zunächst preisgab – später aber widerrief. Als Begründung gab der Angeklagte an, dass er unter Druck gesetzt worden sei.

Nach Überzeugung des Gerichtes hätten sich die Polizeibeamten allerdings so verhalten, wie es sich der Rechtsstaat wünsche. Zudem erzählte der Angeklagte bei seinem polizeilichen Geständnis nicht nur Fakten, sondern auch, was er dachte und was er fühlte. Gerade dieser Umstand, dass er auch Emotionen und Empfindungen schilderte, sei der klassische Fall dafür, dass es sich um eine wahre Aussage gehandelt habe. „Die erlebten, eigenen Gefühle in dieser Art sagt niemand, der einfach nur etwas vor sich hinredet, um möglichst schnell aus den Fängen der Polizei herauszukommen“, so Richter Martin Meermann. Darüber hinaus stützt sich das Gericht auf ein Gutachten, wonach die Brände mit Papiertaschentüchern und in einem Fall mit einem Kohlenanzünder gelegt wurden. Auch dies hatte der Angeklagte in der Vernehmung angegeben.

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Die Verteidigung hat eine Woche Zeit, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Und das könnte durchaus passieren. Denn der Verteidiger Sven Losenski sprach in seinem Plädoyer von einem „schwammigen und nicht überzeugenden“ Gutachten. Zudem kritisierte er, dass Ermittler anderen Spuren nicht nachgegangen seien. So seien zwar Fingerabdrücke und DNA-Spuren entdeckt , aber bis heute niemandem zugeordnet worden.

Nach der Verhandlung zeigte sich Rütings Wehrführer Thomas Thiem erleichtert. Das Urteil stelle endlich einen Abschluss dar. Zuvor hatte er als Zeuge geschildert, wie stark die Brandserie die Rütinger Feuerwehrleute belastet habe. Dabei waren nicht nur ein Carport samt Fahrzeugen und Anhänger in Flammen aufgegangen, sondern auch eine Strohmiete und ein Volvo in unmittelbarer Nähe eines Wohnhauses. Wie durch ein Wunder wurde damals niemand verletzt.

 

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