Natur : Edelfische im Schaalsee

Auch die Kleine Maräne gehört zu den beliebten Speisefischen aus dem Schaalsee.
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Auch die Kleine Maräne gehört zu den beliebten Speisefischen aus dem Schaalsee.

Besatzmaßnahmen sollen Bestand der Großen Maräne im tiefsten See Norddeutschlands sichern

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12. Juni 2015, 23:45 Uhr

28 Fischarten wurden bisher im Schaalsee nachgewiesen, darunter auch eine Besonderheit: die Große Maräne (Coregonus holsatus). Sie schmückt das Wappen der Stadt Zarrentin und einer Sage nach hat sie der Teufel in den See geworfen.

Die Sage berichtet, dass eine Äbtissin im Kloster Zarrentin so großen Appetit auf ein Maränengericht bekam, welches sie in ihrer Heimat am Bodensee oft gegessen hatte, dass sie einen Pakt mit dem Teufel schloss. Er sollte ihr noch vor Mitternacht einige Maränen aus dem Bodensee bringen und dafür als Gegenleistung ihre Seele bekommen. Aber als sich der Teufel auf den Weg machte, überkam die Äbtissin das schlechte Gewissen und sie beschloss, die Klosteruhr um eine Stunde vorzustellen. Als nun der Teufel mit einem Netz voller Maränen über den Schaalsee flog, schlug die Uhr Mitternacht. Der betrogenen Teufel schleuderte in seiner Wut die Maränen in den See, wo sie seitdem leben.

Eine andere Erklärung für das Vorkommen der Maräne im Schaalsee liefern die Biologen. Sie hat mit der Tiefe des Sees zu tun. Der Schaalsee ist mit 71 Metern der tiefste See Norddeutschlands und bietet in seinem kalten und sauerstoffreichen Wasser der Großen Maräne gute Lebensbedingungen. Es mag sich jeder für die Variante entscheiden, die ihm besser gefällt. Viel wichtiger ist ohnehin die Frage, was getan werden muss, damit die Große Maräne im Schaalsee bleibt. Noch bis 2001 erfolgten regelmäßig Besatzmaßnahmen des Sees mit der Großen Maräne. Allerdings wurden dabei Arten mit unterschiedlicher genetischer Herkunft verwendet, was vermutlich zu einer Verdrängung der ursprünglichen Schaalseemaräne führte. Im Jahr 2014 war die endemische Schaalseemaräne im Schaalsee nicht mehr nachweisbar. Nur noch im Drewitzer See/Alt Schweriner See bei Dorf Mecklenburg hat sich nach aktuellen genetischen Untersuchungen von Dr. Ralf Bastrop von der Universität Rostock noch ein stabiler reproduktiver Bestand der Ursprungsart der Schaalseemaräne erhalten. Dieser See war in den 30er Jahren mit Maränen aus dem Schaalsee besetzt worden. Im letzten Winter wurde durch den Fischer vom Drewitzer See von den dort lebenden Großmaränen Laich gewonnen und erbrütet.

Die geschlüpften Fischlarven durften dann drei Monate lang bis auf eine Größe von vier Zentimeter heranwachsen und wurden in der vergangenen Woche im Schaalsee ausgesetzt. Rund 14 000 Exemplare dieser ursprünglichen „Schaalseemaräne“ kamen mit Unterstützung der drei ansässigen Fischereibetriebe ins Wasser. Mit dieser Aktion ist das länderübergreifende Projekt zum wissenschaftlich begleiteten Wiedereinsetzen der Schaalseemaräne in die Umsetzung gestartet. Projektträger ist das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Das Artenschutzprojekt wird über die Fischereiabgabe der Länder MV und SH finanziert. „Mit im Boot“ sind u.a. die Fischer vom Schaalsee sowie vom Drewitzer/Alt Schweriner See sowie die Fischereibehörden der Länder.

Nun müssen möglichst viele der jungen Maränen die nächsten vier Jahre überleben, dann sind sie fortpflanzungsfähig und können den Schaalsee mit der echten Schaalseemaräne bevölkern.

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