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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 08:13 Uhr

Filmzeit : Echtes Kino bleibt ein Erlebnis

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Marlis Kieft und Michael Pawlowski entwickeln in Rehna Programme und Ausstattung für Filmtheater in Deutschland

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 03:00 Uhr

Großes Kino: Hinter den Kulissen des alten Rathauses von Rehna wird täglich über die großen und zukünftigen Kassenerfolge gesprochen. Mit Kieft & Kieft arbeitet eines der mit am längsten im Filmgeschäft tätigen Unternehmen in der Kleinstadt.

Michael Pawlowski und Marlis Kieft lenken die Geschicke der GmbH in Rehna und somit auch die Arbeit von 16 Kinos zwischen Mecklenburg und Sachsen sowie weiteren in Tschechien. „Der Schwerpunkt liegt heute auf der Vermietung der Immobilien. Mit unseren Betreibern koordinieren wir das Marketing, die Programme als auch den Umbau der Kinos“, sagt Marlies Kieft. Aus dem ganz großen Kinogeschäftsfeld sei man raus, was allerdings der Entwicklung auf dem europäischen Markt um das Jahr 2003 geschuldet sei. Damals war das Unternehmen die Nummer eins in Deutschland, entwickelten sich Kooperationen anders als vorgestellt.

Ein kurzer Blick in die Geschichte: Im März 1948 eröffnen Hilma und Albert Kieft in Lübeck die „Lichtspiele Hoffnung“. Mit 20 Jahren steigt Marlis Kieft 1975 mit ins Unternehmen ein. 1979 folgt Bruder Heiner Kieft in das elterliche Unternehmen.

Anfang der 1990er-Jahre kommen Kinos in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen hinzu. Sie werden renoviert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Somit gibt es heute ausschließlich digitale Projektionen.

Aber Filmtheater ist 25 Jahre nach der Wende mehr als Filme zeigen. „Ein Kino muss heute wie ein Hotel geführt werden, persönlich mit dem gewissen Etwas“, meint Marlis Kieft. Das beinhalte alles von Popcorn bis Film. Längst ist es nicht mehr unerheblich, wie und in welcher Form die begehrten aufgeploppten Maiskörner dem Kunden schmackhaft gemacht werden, ob Lakritze in Themenboxen am Tresen stehen oder die Werbung neuer Blockbuster darauf zu sehen sind. Neu sind die Filmdosen aus Blech, mit denen ein wenig Nostalgie mitschwingt, wenn in ihnen Süßes oder Kinokarten überreicht werden. All das sind Ideen, die unterm Dach des Rehnaer Rathauses entstehen und die das Erlebnis Kino nicht unerheblich abrunden.

Damit Filme und Wohlfühlprogramm optimal aufeinander abgestimmt sind, geht es zwei bis dreimal im Jahr auf Filmmessen. „Dort zeigen die Verleihe die Trailer der Neuproduktionen“, sagt Michael Pawlowski. Dazu gehörte auch der im Oktober angelaufene Streifen „The Equalizer“ – Actionkino mit Topagenten und Gangstern, wie es auch am Standort Capitol in Schwerin läuft.

Pawlowski und Kieft sind davon überzeugt, dass großes Kino eine Zukunft hat, trotz mittlerweile übergroßer LED-Bildschirme vor dem heimischen Sofa. „Wir erleben seit Jahren eine veränderte Medienlandschaft, die den Markt beeinflusst“, so Pawlowski. Gutes Kino bleibe aber ein Erlebnis, meint Marlis Kieft: „Wir glauben, dass Kino an einem besonderen Ort das Gemeinschaftserlebnis stärkt.“

Das sehen Millionen von Zuschauern auch heute nicht anders. Besuchten 1960, in einer Welt mit nur wenigen Fernsehern, zirka 800 Millionen Gäste die Filmtheater, belief sich deren Zahl 1990 auf 100 Millionen. „2001 zählte die Branche 175 Millionen Gäste. Es gibt naturgemäße Schwankungen. Heute sind es wieder etwas weniger Besucher. Wir pendeln uns bei 120 bis 130 Millionen Gästen ein“, schätzt Pawlowski, der die Geschäftsleitung inne hat. Er rechnet im Geschäftsfeld von Kieft und Kieft mit rund zehn Millionen Kinobesuchern im europäischen Markt.

Der Trend geht zu individuelleren Angeboten. Doppelprogramme gehören zur Tagesordnung. „Heute werden bis zu 15 Filme auf fünf Leinwänden in der Woche geboten“, so Pawlowski. Folglich ist Wohlfühlen gewünscht, wofür nicht zuletzt unterm Dach des alten Rathauses Ideen und Konzepte geschmiedet werden.
 

 

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