Gadebusch/Rehna/Lützow : E-Autos in der Warteschleife

Auftanken mit Kabel statt Schlauch ist für die Ämter Rehna und Gadebusch noch kein Thema. Das Amt Lützow-Lübstorf nutzt ein älteres E-Auto.
Auftanken mit Kabel statt Schlauch ist für die Ämter Rehna und Gadebusch noch kein Thema. Das Amt Lützow-Lübstorf nutzt ein älteres E-Auto.

Ämter Rehna, Gadebusch und Lützow-Lübstorf schließen Investitionen nicht aus, warten aber noch ab

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11. Januar 2020, 17:23 Uhr

Ohne dunkle Abgaswolken über die Straßen sausen? Dies scheint für viele Bewohner des Nordwestkreises noch keine ernsthafte Option zu sein. Das Thema Umweltschutz gewinnt zwar immer mehr an Bedeutung. Aber die emissionsarme Mobilität hat sich bislang nicht durchgesetzt. Und auch die Mitarbeiter der Ämter gehen noch nicht mit gutem Beispiel voran.

Lediglich im Amtsbereich Lützow-Lübstorf wird seit einigen Jahren ein Elektroauto regelmäßig genutzt. Den Fiat stellte das Unternehmen Wemag zur Verfügung. Das Amt trägt nur die Nebenkosten. „Leider hat das Auto eine ältere Batterie, deren Reichweite gering ist“, sagte Marita Firchau, die den Fuhrpark des Amtes verwaltet. „Bei gutem Wetter, mit Rückenwind und ohne Berge schaffen wir mit dem E-Auto 50 bis 60 Kilometer. Dann ist Ende im Gelände“, schilderte die Sachbearbeiterin die Situation. „Das reicht, um mal kurze Strecken zurückzulegen.“ Unklar ist, ob das Amt die Anschaffung weiterer, technisch ausgereifterer E-Autos plant.

In den Fuhrparks der Ämter Gadebusch und Rehna sucht man E-Autos derzeit vergeblich. „Das wird wohl auch erst mal so bleiben“, informierte Maria Gröll, Leiterin des Fachbereiches Personal und Bürgerdienste in Rehna. „Wir haben natürlich darüber gesprochen. Aber es gibt Leasingverträge für die Fahrzeuge unseres Amtes.“ Wenn die auslaufen, werde ergebnisoffen beraten, welche mobilen Untersätze sinnvoll seien. Eine ähnliche Antwort gab Matthias Jankowski. „Wenn die Leasingverträge auslaufen, sollte man E-Autos in Erwägung ziehen“, erklärte der leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Gadebusch. „Die Mitarbeiter sind auch auf längeren Strecken unterwegs, etwa nach Wismar, Güstrow und Rostock. Da stoßen E-Autos mit ihrer noch geringen Reichweite schnell an Grenzen.“ Ein weiteres Problem: die fehlende Infrastruktur. Stromtankstellen seien noch rar gesät. Für Jankowski sind Hybrid-Fahrzeuge, die einen konventionellen Benzinmotor mit einem Elektroantrieb kombinieren, eine Option.

Als Vorbild in Sachen Elektromobilität könnte die Kreisverwaltung dienen. Der Landkreis verfügt derzeit über neun E-Autos. Sechs BMW i3, zwei E-Golf und ein Fiat 500 stehen den Mitarbeitern zur Verfügung. Außerdem nutzt Landrätin Kerstin Weiss (SPD) ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug der Marke BMW. „Die Autos werden hauptsächlich für Strecken innerhalb des Kreisgebietes eingesetzt, zum Beispiel für Dienstfahrten zwischen den Verwaltungsstandorten Wismar und Grevesmühlen“, teilte Kreissprecher Christoph Wohlleben mit. Bis zum 30. Oktober 2019 seien mit den neun E-Autos 87 414 Kilometer und mit dem Hybrid-Fahrzeug noch einmal 25 470 Kilometer zurückgelegt worden. „2018 waren es noch 52 015 Kilometer. Es ist also eine eindeutig zunehmende Nutzung zu erkennen“, so Wohlleben. Derzeit sei ein weiteres E-Auto zur Anschaffung aufgeschrieben. „Langfristig soll der Fuhrpark an Elektroautos kontinuierlich erweitert werden.“

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