Dubiose Firma will Feuerwehren und Städte abzocken

Ein solches Schreiben war an die Jugendfeuerwehr Mühlen Eichsen  gerichtet, die fälsch licherweise in Dragun ihren Sitz haben soll. Michael Schmidt
Ein solches Schreiben war an die Jugendfeuerwehr Mühlen Eichsen gerichtet, die fälsch licherweise in Dragun ihren Sitz haben soll. Michael Schmidt

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13. September 2012, 09:30 Uhr

Gadebusch | Eine so genannte Gewerbeauskunft-Zentrale versucht in Nordwestmecklenburg an Aufträge zu kommen und will dabei offenbar Kasse machen. Darauf weist das Amt Gadebusch hin und spricht von einer dubiosen Firma. Zahlreiche Firmen, aber auch die Bürgermeister, hatten Post bekommen und wurden zur Korrektur von Eintragungen bei der Gewerbeauskunft-Zentrale aufgefordert. "Um den Bürgermeister oder Firmeninhaber zur Unterschrift zu nötigen, wurde das Ganze als ,Erinnerung’ betitelt. Die Eintragungen waren auch meistens mit Fehlern durchsetzt", verdeutlicht Andreas Lausen vom Amt Gadebusch.

Nur im Kleingedruckten auf der Rückseite erfahre man, dass man damit einen unbegrenzt gültigen Auftrag auslöse und eine jährliche Zahlung von 478,20 Euro plus Mehrtsteuer fällig werde. "Weil nur wenige Bürgermeister auf diesen Trick hereingefallen sind, versucht es diese Firme nun erneut, bei den Feuerwehren. Auch die Jugendfeuerwehren wurden angeschrieben", warnt Lausen. Auch hier sind vermutlich absichtlich Fehler eingebaut, beispielsweise ging die Post für die Jugendfeuerwehr Mühlen Eichsen nach Dragun.

Im Amt ist bekannt, dass die dubiose Firma bereits vor Gericht verloren hat. "Trotzdem treibt sie ihre Machenschaften weiter. Offenbar ist es der Justiz nicht möglich, dieser Firma das Handwerk zu legen", vermutet Lausen. Deswegen warnt das Amt Gadebusch erneut, solche Formulare auszufüllen und zu unterschreiben.

Auch in anderen Landkreisen versucht die "Gewerbeauskunft-Zentrale" mit scheinbar seriösen Anschreiben zum Erfolg zu kommen. Verbraucherschützer warnen ausdrücklich vor dem Ausfüllen der Formulare. Auch Anwälte raten, nichts zu unterschreiben und keinen Cent an an die "Gewerbeauskunft-Zentrale" zu überweisen. Die Firma sei an einer ernsthaften Geschäftsbeziehung überhaupt nicht interessiert. Auch der Bundesgerichtshof hat die Betrugsmasche mit Gewerberegistern inzwischen erschwert (Aktenzeichen VII ZR262/11). Zuvor hatten unseriöse Firmen immer wieder versucht, Unternehmen und Einrichtungen mit scheinbar unentgeltlichen Einträgen in Branchenbüchern und Gewerberegister in Kostenfallen zu locken. Städte, Gemeinden, Schulen, Kindergärten und Feuerwehren waren hineingetappt, berichtet der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern.

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