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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 06:48 Uhr

Gadebusch : Drogenpartys – Mieter in Angst

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Anwohner der Heine-Straße in Gadebusch sind besorgt um Schülerinnen. Polizei holt Sechstklässlerin aus der Wohnung eines 22-Jährigen

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Hilferuf aus der Gadebuscher Heinrich-Heine-Straße. Dort fühlen sich mehrere Anwohner von einem 22-jährigen Mann und dessen Kompagnons bedroht. In ihrer Verzweiflung wandten sie sich an die SVZ, um auf die brenzlige Situation aufmerksam zu machen. Denn nach Angaben der Anwohner könnten in der Wohnung des jungen Mannes Drogen erhältlich sein. Vor allem junge Schülerinnen ziehe es immer wieder in die Wohnung des 22-Jährigen.

Mehrfach wandten sich Anwohner bereits an die Polizei und an die Wohnungsgesellschaft Radegasttal (WGR). Sie klagten über nächtliche Ruhestörungen aufgrund der Partys. Darüber hinaus seien aus dem vierten Stock des Wohnblocks Böller und Flaschen geworfen worden, sagt ein Anwohner der SVZ. Auch auf das Dach des Wohnblocks habe sich das Partyvolk begeben und dort zur Goa-Musik getanzt. Inzwischen sollen sie auch auf der Schulmensa in der Heinrich-Heine-Straße herumgeturnt sein.

Die Anwohner, die sich an die SVZ hilfesuchend wandten, sind mittlerweile derart verängstigt, dass sie ihre Namen nicht öffentlich nennen wollen. Sie befürchten körperliche Übergriffe.

Nach Informationen unserer Zeitung gehört zu den Komgagnons des 22-Jährigen unter anderem ein Mann, der einst eine mehrjährige Haftstrafe nach dem Jugendstrafrecht antreten musste. Er gelte als gewaltbereit.

Sorgen bereitet die Situation nicht nur Anwohnern, sondern auch Eltern der Schüler sowie der Schulsozialarbeiterin Judith Keller. „Ich habe die Befürchtung, dass unsere kleinen Mädchen sich von denen dort angezogen fühlen, dorthin gehen und nicht wissen, was genau sie dort tun. Ich weiß durch Aussagen von Mädchen, dass dort Drogen konsumiert werden sollen“, verdeutlicht Keller. Sie wünsche sich eine noch engere Zusammenarbeit mit der Polizei, damit Schülerinnen und Schüler geschützt werden. „Was nutzen unsere Präventionsangebote, zum Beispiel mit der Drogenbeauftragten der Polizei, wenn gegenüber unserer Schule Türen offen stehen, um an mögliche Drogen zu gelangen? Engagierte Eltern sind mittlerweile rat- und hilflos und erwarten die Unterstützung vom Staat.“

Die Polizei war bereits mehrfach in der Heinrich-Heine-Straße vor Ort. Die Beamten fertigten Anzeigen, nahmen Ermittlungen auf und setzen auch auf Zeugenhinweise. „Wir haben die Person im Visier und auch die, die dort verkehren“, sagt Gadebuschs Revierleiter Karsten Blockus auf Anfrage der SVZ. Gleichzeitig stellt er klar: „Wenn wir unterstützen können, werden wir das tun. Wer eine engere Zusammenarbeit möchte, rennt offene Türen bei uns ein“, so Karsten Blockus.

Dass die Gadebuscher Polizei es bei einer Ankündigung nicht belässt, wurde gestern Morgen deutlich. Sie holte kurz nach halb acht Uhr eine Sechtsklässlerin aus der Wohnung des 22-Jährigen.

Die Wohnungsgesellschaft Radegasttal (WGR) geht bereits seit längerem gegen den 22-jährigen Mieter vor. Nach einer fristlosen Kündigung reichte die Firma eine Räumungsklage ein. Den kürzeren Weg hin zu einer einstweiligen Verfügung konnte sie nicht beschreiten, da es diese Option im Mietrecht nicht gibt. Die WGR muss daher auf ein Urteil warten. Sobald dieses vorliegen sollte, dürften weitere Wochen vergehen, da auch ein Gerichtsvollzieher für die Räumung benötigt wird und Fristen eingehalten werden müssen.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest hofft, dass die Justiz möglichst schnell handelt. „Es ist unerträglich, dass Bürger vier Monate lang in Angst und Schrecken leben.“ Der Rechtsstaat müsse ein Instrumentarium entwickeln, um unbescholtene Bürger vor solchen Bedrohungen zu schützen.

 

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