Alter Hafen Wismar : Dreiste Möwen holen Fisch vom Filetiertisch

Großes Möwengeschrei nach dreistem Versuch beim Stehlen. Mit geübtem Griff  hatte er der Berufsfischer den vermeintlichen Fischdieb gepackt, allerdings auch gleich wieder in die Freihet entlassen.
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Großes Möwengeschrei nach dreistem Versuch beim Stehlen. Mit geübtem Griff hatte er der Berufsfischer den vermeintlichen Fischdieb gepackt, allerdings auch gleich wieder in die Freihet entlassen.

Großes Geschrei an Bord des Kutters von Martin Saager an der Fischerpier des Wismarer Alten Hafens – Möwengeschrei, um es genau zu beschreiben.

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18. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Großes Geschrei an Bord des Kutters von Martin Saager an der Fischerpier des Wismarer Alten Hafens – Möwengeschrei, um es genau zu beschreiben. Ungewöhnlich ist es nicht, dass die so genannten Kapitänshühner immer dreister werden. Vor allem was das Stehlen von Zutaten in Fischbrötchen anbetrifft, die ahnungslose Landratten in Händen halten.

Doch diesmal wurde der Wasservogel beim dreisten Klauen erwischt. Nicht nur das, denn dem Berufsfischer gelang es mit gekonntem Griff, den Dieb zu packen, zumindest für einen Moment. Ob der allerdings ausreicht, um damit eine abschreckende Nachhaltigkeit in Sachen Möwen-Dreistigkeit zu erreichen, sei dahingestellt. Zumindest nahm der gefiederte Dieb erst einmal weitläufig Reißaus.

Doch was war geschehen? Eisig pfiff der Wind an jenem Tag bei nur schlappen zwei Grad über Null rund um das Hafengelände. Für Martin Saager ist das kein Thema. Der filetiert, jedem Wetter trotzend, wie immer während des wöchentlichen Kutter-Fischmarktes direkt an Bord geschickt Dorschfilet küchenfertig für seine Stammkunden und sonstige Interessenten. „Die letzten Reserven“, bemerkt er mit einem freundlichen Lächeln. Denn an stürmischen Tagen ist kein Fangbetrieb möglich.

Jetzt liegt wieder neuer Fang auf dem Filetiertisch. Frischer, wie direkt vor den Kunden geschlachtet, geht es wahrhaftig nicht. Da bekommen Liebhaber edler Fischgerichte bereits beim Hinschauen Appetit. Das mag wohl eine Möwe ebenso empfunden haben, die längst von der nahen Kaikante diese leckeren Happen erspähte. Irgendwann sah sie ihre große Chance und setzte zum vermeintlichen Beuteflug an. Doch Pech gehabt, der flinke Arm des 35-jährigen Berufsfischers war schneller und schon gab es extra lautstarkes Möwengeschrei und „Action“ dazu.

Natürlich bereitete er dem flatternden Spektakel recht schnell ein Ende. Schließlich hat niemand seiner Gilde etwas gegen die allgegenwärtigen und das Küstenbild mitprägenden Möwen. Sie sind fast ständige Begleiter der Kutter und bekommen immer beim Ausnehmen der Fische ordentliche Happen ab.

In diesen Tagen wird er wohl wieder die Stellnetze in der Wismarbucht ausbringen können. Gesetzlich verordnete Beeinträchtigungen seines Jobs gibt es derzeit nicht. Lediglich das Wetter bestimmt den Arbeitsalltag.

Der Dorsch ist zwar nach wie vor der ertragreichste Fisch, dem es sich lohnt, nachzustellen. Allerdings macht er sich meistens in den Gewässern der Wismarbucht rarer, als in früheren Zeiten. „Leider will er hier nicht mehr so richtig in die Netze gehen“, bestätigt der derzeit jüngste Berufsfischer von Wismar.



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