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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 07:01 Uhr

Schmiedekunst : Drang zum verspielten Jugendstil

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Fabian Droste bringt in starres Material Bewegung hinein . Die Arbeiten des Schmieds sind zu „Kunst Offen“ zu sehen

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2015 | 00:42 Uhr

Am Pfingstwochenende sind in Neschow auf dem großen Hof von Fabian Droste seine Schmiedearbeiten sowie Fotografien von Katharina Kutscherauer und Keramik von Franziska Otto zu begutachten. Am Samstag soll es neben einem kleinen Büffet sogar Livemusik von 15 bis 17 Uhr geben.

Pia Böttcher, Praktikantin der SVZ, sprach vorab mit dem Schmied Fabian Droste über seine Arbeit und sein drittes Mitwirken bei „Kunst Offen“.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Fabian Droste: Ich bin durch die Schule zur Kunst gekommen. In der Schule hatten wir damals im Rahmen des Handwerkunterrichts einen Schmiedekurs. Das Verarbeiten von Metall hat mir sehr viel Spaß gemacht und so stand schon seit der neunten Klasse für mich fest, dass ich Schmied werden möchte. Ich hab dann eine Lehre in Kiel gemacht und bin dann als Geselle in Neschow auf die Dorfschmiede, die hier schon seit 1780 steht, gestoßen. Diese habe ich dann eineinhalb Jahre später einem alten Herrn abgekauft.
Was ist Ihr kleinstes, größtes oder kuriosestes Ausstellungsstück?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Es entstehen einfach immer Sachen, die gebaut werden wollen. Aber ich denke, das größte Werk steht als Skizze in der Landschaft auf meinem Hof. Es ist aus Stahl geschmiedet, wie eigentlich fast alle meine Arbeiten. Denn Stahl ist ein langlebiges Material. Diese Werke stehen dann einmal da und halten ein Leben lang, anders als Holz. Daher sind die meisten meiner Arbeiten auch für den Außenbereich gedacht.
Sie sind anders als die industriell hergestellten Sachen aus dem Baumarkt. Es gruselt mich immer, wenn ich diese lieblosen Dinge sehe. Geschmiedetes ist viel formgebender. Deshalb freue ich mich auch immer, wenn ich richtig geschmiedete Metallgestaltung sehe. Da hat sich noch jemand Gedanken gemacht über die Technik und bis ins kleinste Detail geplant.
Ich mache bei meinen Arbeiten jeden Prozess mit, von der Organisation bis hin zur Fertigstellung. Bezug auf die Gegebenheiten und Menschen zu nehmen, für die ich meine Arbeiten entwerfe, ist mir eine Freude und großes Anliegen. Ich bekomme meist Aufträge für den privaten Bedarf, dabei sind besonders Gegenstände für die Küche und den Friedhof gefragt.
Wo würden Sie gerne mal Ihre Kunst ausstellen?
Ich habe da keine Ziele. Ich mach einfach mein Ding. Es gibt jedoch bestimmt Leute – gewisse geistlich Mentoren, mit denen ich gerne mal zusammen eine Ausstellung hätte. Die Schmiedeszene ist relativ klein, aber in Amerika gibt es einen Metallhauer, Albert Paley, der mich besonders fasziniert. Ich finde es beeindruckend wie er die technischen Mittel anwendet und in das starre Material Bewegung herein bekommt. Er erzeugt also das Gegenteil vom statisch Schweren. Ich habe, genau wie er, den Drang zum verspielten Jugendstil. Und deshalb hätte ich Lust, auch mal so große Skulpturen wie Paley herzustellen. An Pfingsten kann man drei bis vier große Werke von mir sehen und mehrere kleinere Dinge für den Garten. Ich werde mein Handwerk bei „Kunst Offen“ vorstellen und freue mich über viele Interessenten.

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