Zwangsversteigerung : Dragun hofft auf Gutshaus-Investor für Vietlübbe

<fettakgl>Das Vietlübber Gutshaus</fettakgl> soll inklusive Nebengebäude am 12. April im Amtsgericht Grevesmühlen versteigert werden. <foto>Michael Schmidt</foto>
Das Vietlübber Gutshaus soll inklusive Nebengebäude am 12. April im Amtsgericht Grevesmühlen versteigert werden. Michael Schmidt

In knapp vier Wochen soll das alte Gutshaus in Vietlübbe zwangsversteigert werden. Jetzt gibt es einen ersten Interessenten. Ein Mann aus dem Raum Berlin will das Anwesen ersteigern.

svz.de von
15. März 2013, 08:46 Uhr

Dragun/Vietlübbe | Für das dem Verfall preisgegebene Gutshaus-Ensemble in Vietlübbe gibt es offenbar neue Hoffnung. So bemüht sich ein Interessent, das Anwesen bei einer Zwangsversteigerung im Amtsgericht Grevesmühlen zu erwerben. Das wurde in einer Dringlichkeitssitzung der Gemeinde Dragun bekannt. Bürgermeisterin Sabine Schirrmeister bezeichnete den Interessenten bereits als "Investor" - nannte aber keinen Namen. Nach SVZ-Informationen soll es sich um einen Mann aus dem Raum Berlin handeln, der das Anwesen zu Wohnzwecken und für seine Rhododendron-Zucht nutzen will.

Bedingung für den Erwerb des Anwesens ist, dass die Gemeinde Wegegrund stücke an ihn veräußert. Dadurch soll erreicht werden, dass das Ensemble als zusammenhängendes Areal erhalten bleibt. "Das Areal würde als parkartiger Garten genutzt. Geplant sind Zuchtversuche und Tests mit Rhododendron und Kamelien. Er ist eine Pflanzenliebhaber und versucht zum Beispiel durch Kreuzungen von Rhododendronarten einen Typ zu erreichen, der bis in den August hinein blüht und frosthart ist", verdeutlichte Bürgermeisterin Sabine Schirrmeister.

Ursprünglich wollte der Kaufinteressent Einwohner der Gemeinde Dragun persönlich über seine Pläne informieren. Er hatte die Teilnahme der Sitzung allerdings krankheitsbedingt absagen müssen. So viel ist bislang über seine Pläne bekannt: Das nicht mehr unter Denkmalschutz stehende Gutshaus könnte im Falle einer geglückten Versteigerung verkleinert und für Wohnzwecke genutzt werden. Eine ruinöse Doppelhaushälfte würde so weit abgerissen, dass ein korrekter Grenzabstand zum Nachbarn entsteht. Sollte das Gebäude baulich nicht mehr zu retten sein, könnte dort ein Neubau für Wohnzwecke entstehen. An der Stelle einer Scheune soll auf etwa der gleichen Grundfläche ein Gebäude errichtet werden, das neben Garagen für vier Fahrzeuge auch Platz für Gerätschaften und Betriebsmittel zur Pflege des Areals haben soll. Zum Überwintern von nicht frostharten Gewächsen ist ebenfalls eine Gebäude vorgesehen.

Mit Spannung sehen Gemeinde und Einwohner dem 12. April entgegen. Dann beginnt im Grevesmühlener Amtsgericht der zweite Versuch, das Anwesen zu versteigern. Beim ersten Termin war kein Gebot abgegeben worden. Der Verkehrswert für das 18 000 Quadratmeter große Grundstück liegt bei 61 000 Euro.

Seit Jahren versuchte die Gemeinde, etwas im Fall des Vietlübber Gutshauses zu bewegen. Das unsanierte Gebäude weist massive Schäden auf, weitere Nebengebäude sind abrissreif. Zu DDR-Zeiten war das Anwesen als Betriebsferienheim genutzt worden. Geblieben sind der Schriftzug "Ferienobjekt Theodor Körner", zerstörte Fensterscheiben und genervte Anwohner, die den Schandfleck nicht mehr sehen wollen.


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