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Premiere in Wismar : Dokumentation über die Werftbesetzung

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Vorhang auf für eine Weltpremiere. Am Sonntag wird es eine Welturaufführung auf dem Filmfest in Wismar geben. Um 17 Uhr wird der Film "Die Werft ist besetzt - Der Werftenpoker in Wismar von 1992" gezeigt.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 07:38 Uhr

Wismar | Vorhang auf für eine Weltpremiere. Am Sonntag wird es eine Welturaufführung auf dem Filmfest in Wismar geben. Um 17 Uhr wird der Film "Die Werft ist besetzt - Der Werftenpoker in Wismar von 1992" gezeigt.

Das Landesfilmarchiv konnte diese historische Filmperle heben, die aufgrund der Ereignisse rund um die P+S Werftenkrise dennoch ganz aktuell ist. Gleich nach der Wende ging es auf der Wismarer Werft bereits hoch her und es wurde um die Zukunft "gepokert". Sie wurde kurzerhand besetzt und die Belegschaft konnte die Politik dadurch erheblich unter Druck setzen und Entscheidungen erzwingen. Der Film, der noch nie öffentlich aufgeführt wurde, hat diese dramatischen Ereignisse im Bild festgehalten.

Die IG Metall Nord hatte den Auftrag dazu erteilt, insgesamt 29 Filmkassetten sind zu den Dreharbeiten vorhanden, die werden dem Landesfilmarchiv anlässlich der Welturaufführung übergeben und den Bestand an wertvollen historischen Filmen ergänzen.

Zur Premiere haben sich Harald Kothe (ehemaliger Werftarbeiter), der die Filme als erster entdeckte und Thomas Rickers, den derzeitigen ersten Bevollmächtigten der IG Metall Lübeck-Wismar angemeldet. Auch aus der damaligen Zeit haben IG Metaller ihr Kommen angekündigt.

Zum Inhalt: 55 000 Menschen arbeiteten vor der Wende im Schiffbau der DDR, 1992 noch knapp 20 000, davon 3 100 auf der Werft in Wismar. Diese fordern zu Jahresbeginn 1992 ein Zeichen der Politik zum Erhalt einer eigenständigen existenzfähigen Schiffbau-Industrie in MV. Als dies ausbleibt, besetzen die Werftarbeiter ihren Betrieb, arbeiten dabei weiter am Bau von Schiffen. Sie verlangen tragfähige Konzepte für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, Werft und Stadt. Aufgescheuchte Politiker geben sich daraufhin die Klinke in die Hand. Am 17. März - nach 21 Tagen und Nächten - wird die Besetzung beendet, nachdem der Verwaltungsrat der Treuhand-Anstalt über den Weg der Werften-Privatisierung entschieden hat (Filminfo: Deutschland 1992, Dokumentation, Autor: Stefan Korol, eine Produktion von Cream TV Hamburg im Auftrag der IG Metall Nord, 56 Minuten).

Im Vorprogramm wird ein Beitrag aus der beliebten Wismarer Filmreihe "Wismar im Spiegel der Zeit" zur Arbeit auf der Werft im Jahr 1961, 5 min, gezeigt. Mehr zum Filmfest in der Hanse- und Kreisstadt Wismar im Internet unter www.filmfest-wismar.de.

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