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Mischling verschwand im Juni in Tramm : "Dobbys" lange Odyssee

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Die Geschichte der Hündin Dobby ist mysteriös: Vor rund einem Monat wurde das Tier, abgemagert bis auf die Knochen und durch eine Erkrankung erblindet, im Roggendorfer Tierheim abgegeben. Hinter ihm liegt eine Odyssee.

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erstellt am 01.Aug.2013 | 05:50 Uhr

Roggendorf | Die Geschichte der Hündin Dobby ist mysteriös: Vor rund einem Monat wurde das Tier, abgemagert bis auf die Knochen und durch eine Erkrankung erblindet, im Roggendorfer Tierheim abgegeben. Hinter dem kleinen, schwarzen Mischling scheint, nach allem was Tierheimleiterin Annette Herbing bisher rekonstruieren konnte, eine lange Odyssee zu liegen, die den Hund von Tramm bei Crivitz über Schwerin und Gadebusch schließlich ins Roggendorfer Tierheim brachte. Und die Dobby fast ihr Leben gekostet hätte.

Bereits am 16. Juni verschwand die Hündin vom Grundstück ihrer Besitzer in Tramm. Zwölf Tage später wollte ein Mann, der angab, das Tier in Tramm auf der Straße gefunden zu haben, Dobby im Schweriner Tierheim abgeben. "Zur Abgabe hätte er seine Personalien angeben müssen, das wollte er nicht. Deshalb nahm der Mann den Hund wieder mit", weiß Herbing aus Gesprächen mit der Leiterin des Schweriner Tierheims. Nur einen Tag später, am 29. Juni, soll die Hündin von einer Frau auf der Rehnaer Straße in Gadebusch gefunden und schließlich im Roggendorfer Tierheim abgegeben worden sein. "Es geht um zwei Wochen, in denen wir nicht wissen, wo der Hund war und wie er von Schwerin nach Gadebusch gekommen sein soll", sagt Herbing.

Es geht aber auch um zwei Wochen, in denen sich der Zustand der kranken Hündin drastisch verschlechtert haben muss. "Von den Besitzern, die sich mittlerweile auf der Suche nach ihrem Hund auch bei uns gemeldet haben, wissen wir, dass Dobby bereits sehr dünn war, als sie verschwand. Allerdings war sie nur noch Haut und Knochen, als sie bei uns ankam", so Annette Herbing. Seit März habe der Hund nach Angaben seiner Eigentümer stark abgenommen, ein Tierarzt habe damals schon festgestellt, dass das Tier möglicherweise an Diabetes leide.

Eine Behandlung sei danach augenscheinlich aber nicht eingeleitet worden, so Herbing. Mit schwerwiegenden Folgen für den Mischling: Die Leber ist schwer angegriffen und trotz des Spezialfutters, das Dobby jetzt vier Mal am Tag bekommt, hat sie in einem Monat nur rund zwei Kilo zugenommen. "So dünn wie sie war ist das fast nicht sichtbar", sagt Annette Herbing. Durch die Diabetes ist der Hund fast vollständig erblindet. Und die Blutzuckerwerte des Tieres schwanken bedrohlich. Vier Mal am Tag müssen sie gemessen werden, vier Mal am Tag muss Dobby Insulin gespritzt bekommen. Allein die Behandlungskosten der Tierärztin belaufen sich mittlerweile auf mehrere hundert Euro. Möglicherweise müsse Dobby für immer gespritzt werden, so Herbing. Allerdings habe die Tierärztin auch gesagt, dass Dobby möglicherweise wieder besser sehen könne, wenn der Zucker richtig eingestellt sei und dass sich ihr Gesamtzustand nach einer Kastration bessern könnte. "Momentan ist das Tier dafür aber zu schwach", sagt Annette Herbing.

Vorerst will sie die Mischlingshündin nicht an die Besitzer zurückgeben. "Dobby wird zunächst hier bleiben und unter medizinischer Aufsicht gepflegt werden", so Herbing. Dann könne geklärt werden, ob die Besitzer ihr Tier zurückbekommen - beziehungsweise ob sie es überhaupt zurück wollen. "Fest steht: Wenn sie das Tier hier abholen, müssen sie auch die Kosten der Unterbringungen und Behandlung tragen. Die Kosten der Unterbringung belaufen sich mittlerweile auf bereits 300 Euro, hinzu kommen mehrere hundert Euro Tierarztkosten." Annette Herbing würde die mysteriöse Geschichte um Dobbys Aufenthalt gerne aufklären. "Ich bitte alle, die Dobby zwischen dem 16. und dem 29. Juni gesehen haben, sich bei uns zu melden", so Herbing. Das Tierheim ist telefonisch unter der Nummer 038876-31863 zu erreichen. Für Annette Herbing und ihr Team ist es bereits der achte Hund in diesem Jahr, der nahezu verhungert aufgenommen werden musste.

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