zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. Oktober 2017 | 02:35 Uhr

Prozess : DNA-Probe im Gerichtssaal

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Prozess gegen mutmaßlichen Todesfahrer von Möllin wird bis März fortgesetzt. Terrorverdacht gegen den Angeklagten ist vom Tisch

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 21:30 Uhr

Mit einer DNA-Probe, einem Fingerabdruck und einer Fotoaufnahme im Gerichtssaal wurde der Prozess gegen den mutmaßlichen Todesfahrer von Möllin fortgesetzt. Der 22-jährige Mohammed Ahmed H. muss sich in Grevesmühlen u. a. wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung und der möglichen Beteiligung an einem Tankbetrug verantworten. Und nach dem derzeitigen Stand könnte es für den schwedischen Staatsbürger mit türkischen Wurzeln darauf hinauslaufen, weitere Monate im Gefängnis verbringen zu müssen. So sagte der zuständige Staatsanwalt gestern während des dritten Verhandlungstages im Grevesmühlener Amtsgericht: „Aus meiner Sicht stellt sich derzeit nicht die Frage einer Bewährung.“

Wann die Plädoyers in diesem Fall gehalten werden und wann es zu einer Entscheidung kommt, ist seit gestern wieder offen. So will das Gericht weitere Zeugen hören und zunächst das Ergebnis eines weiteren DNA-Gutachtens abwarten. Mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks könnte nachgewiesen werden, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt des Tankbetrugs Ende August 2014 in Nordwestmecklenburg und nicht wie behauptet in Berlin gewesen ist.

Viel schwerer wiegt der Vorwurf der fahrlässigen Tötung. So soll Mohammed Ahmed H. Anfang September am Steuer eines Audi gesessen haben. Dieser Wagen war damals am Abzweig Möllin auf einen VW Golf aufgefahren. Dessen 60-jährige Fahrerin wurde so schwer verletzt, dass sie nach Angaben eines Rechtsmediziners nur wenige Sekunden später verstarb. Der Angeklagte soll unter dem Einfluss von Drogen gestanden haben.

Seit jenem verhängnisvollen Tag sitzt Mohammed Ahmed H. in Untersuchungshaft. Seine beiden Verteidiger scheiterten bislang damit, eine Hafterleichterung zu erzielen. Offensichtlich ist: Die U-Haft macht ihrem Mandanten zu schaffen. Er habe zehn bis 15 Kilogramms seines Gewichts verloren.

Vom Tisch ist mittlerweile ein möglicher Terrorverdacht gegen Mohammed Ahmed H. „Die Generalbundesanwaltschaft hat keinen Anfangsverdacht wegen eines möglichen terroristischen Deliktes gesehen. Wir haben die Sache eingestellt“, sagte Stefan Urbanek von der Staatsanwaltschaft Schwerin auf SVZ-Anfrage. Zuvor hatte ein aus der U-Haft abgefangenes Schreiben mit dem Inhalt „Es ist Chaos in Syrien und wir müssen hin und Krieg führen“ für Wirbel gesorgt.

Der Prozess wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung soll Mitte März im Grevesmühlener Amtsgericht fortgesetzt werden.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen