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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. August 2017 | 21:42 Uhr

Disziplinarverfahren gegen Bürgermeister

vom

Gadebusch | Im Amt Gadebusch scheinen sich die Fronten weiter zu verhärten. Amtsvorsteher Rico Greger kündigte gestern an, ein Disziplinarverfahren gegen seinen 2. Stellvertreter Hans-Jürgen Hoffmann aus Kneese beantragen zu wollen. Er wirft Hoffmann Amtsanmaßung vor. Der Streit steht im Zusammenhang mit der Ausarbeitung eines Vertrages, der die Vermietung des Rathauses an das Amt Gadebusch regeln soll.

"Herr Hoffmann hat Amtsausschussmitlieder der Landgemeinden schriftlich zu einer illegalen Sitzung ins Rathaus eingeladen, um eine spätere Amtsausschusssitzung zu torpedieren", sagt Greger. Weder der Amtsvorsteher, noch die 1. Stellvertreterin seien darüber informiert gewesen. "Die Amtspflichtverletzung des Herrn Hoffmann kann rechtliche Konsequenzen haben", kündigt Rico Greger an.

Eine Arbeitsgruppe um Hans-Jürgen Hoffmann hatte eine Mietvertrags-Variante ausgearbeitet, die eigentlich akzeptiert werden sollte. Wenige Tage vor der Sitzung tauchte jedoch eine neue Variante auf, die nicht mit der Arbeitsgruppe und nicht mit dem Hauptausschuss abgestimmt gewesen sei. "Uns lagen völlig andere Unterlagen vor. Daraufhin habe ich als Kneeser Bürgermeister Mitglieder der Landgemeinden eingeladen - ohne einen Amtsbriefkopf und ohne einen Stempel zu benutzen. Von einer illegalen Sitzung zu sprechen ist eine Frechheit", sagt Hans-Jürgen Hoffmann. Ihm und weitere Bürgermeister wurde die Nutzung des Gadebuscher Rathauses untersagt. "Wir sind mit sechs Bürgermeistern und einem Amtsausschussmitglied dann in den ,Goldenen Löwen gegangen - das habe ich in meiner fast zwölfjährigen Amtstätigkeit noch nicht erlebt. Herr Greger bekommt offenbar Höhenflüge", verdeutlicht Hans-Jürgen Hoffmann.

Im geschlossenen Teil der jüngsten Amtsausschusssitzung einigten sich die Mitglieder mit einer Zwei-Drittelm-Mehrheit auf einen Kompromissvorschlag des Veelbökener Bürgermeisters Steffen Timm. Hoffmann kritisiert: "Diese Unterlagen haben wir erst zum Tagesordnungspunkt erhalten. Wir hatten gerade mal zehn Minuten Zeit, um einen Blick darauf zu werfen. Was in der Sitzung gelaufen ist, ist eine Schweinerei. Wir zahlen künftig Miete und Betriebskosten für ca. ein Viertel des Gebäudes, was wir nicht benötigen."

Gadebuschs Amtsvorsteher Rico Greger lässt diese Kritik nicht gelten: "Es gibt angebliche Demokraten, die nicht wissen, dass man Kompromisse finden muss. Ansonsten ist man fehl am Platz."

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erstellt am 27.Aug.2010 | 06:47 Uhr

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