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Bio-Gärtnerei zieht nach Grambow : Direkt am Feld wird Gemüse verkauft

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Seit etwa sieben Jahren ist Dirk von der Ehe auf verschiedenen Märkten der Landeshauptstadt präsent. Der gebürtige Hesse und gelernte Gemüsebauer machte eine Biogärtnerei auf dem Biohof Medewege auf und vermarktete sein Gemüse selbst.

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erstellt am 03.Jan.2012 | 11:44 Uhr

Seit etwa sieben Jahren ist Dirk von der Ehe auf verschiedenen Märkten der Landeshauptstadt präsent. Der gebürtige Hesse und gelernte Gemüsebauer machte eine Biogärtnerei auf dem Biohof Medewege auf und vermarktete seine Tomaten, Gurken, Paprika, Fenchel, Kräuter und Salate selbst. Dirk von der Ehe begann als Ein-Mann-Betrieb, stellte dann zwei weitere Mitarbeiter in seiner Biogärtnerei ein. "Ich will das nicht für die gesamte Branche sagen, aber bei mir steigt der Umsatz ständig", so der Bio-Gärtner. "Aber in Medewege wurde es mir mit der Zeit zu eng. Viele Kunden fragten, ob ich nicht direkt vor Ort verkaufen könnte. Das war unmöglich. Deshalb begann ich mich umzusehen, um einen anderen Standort mit einer günstigen Wärmequelle zu finden."

In Grambow besteht die Möglichkeit einer günstigen und ökologischen Wärmezufuhr durch die Biogasanlage. Die hier entstehende Abwärme kann kostengünstig für die Gewächshäuser genutzt werden. "Im Sommer ist für einen Biobauern genug zu tun. Aber vor allem im Winter wächst es in den Folienzelten nur langsam", sagt der Fachmann. "Durch den Neubau des Gewächshauses und der Folientunnel kann kontinuierlicher angebaut werden und die Erträge steigen. Durch die Beheizbarkeit des Gewächshauses steigt der Gemüseertrag von unter 1000 Gramm je Quadratmeter auf 1,5 bis zwei Kilogramm." Gleichzeitig sei dadurch auch für die angestellten Mitarbeiter im Winter mehr zu tun.

"Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von ökologischem Landbau, Nutzung alternativer Energien und der Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum. Es passt damit genau in die Strategie des Landes", so Minister Till Backhaus am 24. November zur Übergabe des Fördermittelbescheides. 147 402,75 Euro, das entspricht einem Viertel der förderfähigen Investitionssumme, wurde vom Land und Bund gewährt. Mit diesem Geld soll auf insgesamt 45 000 Quadratmetern der Neubau des Gewächshauses, einer Mehrzweckhalle sowie von vier Folientunneln unterstützt werden.

Inzwischen steht bereits einiges am neuen Standort. "Die Hälfte der Tunnel haben wir bereits bepflanzt. Auf 2000 Quadratmetern stehen die ersten Kulturen. Eigentlich sollte auch die Wärme bereits am Laufen sein, aber das verzögert sich noch etwas." Doch der Bio-Gärtner hat in diesem Jahr das Wetter auf seiner Seite, strenger Frost ist nicht in Sicht. "Mitte Februar, wenn das Wetter mitspielt, werden wir die ersten Pflanzen aus Grambow verkaufen", sagt er. Auch mit dem Boden am neuen Standort ist er zufrieden. Es ist sandiger Lehm, ein leichter Boden, der sich vorzüglich für den Anbau von anspruchsvollem Gemüse eignet.

Auch an eine effektive Bewässerung ist gedacht. "Mit einem 1000 Kubikmeter großen Wasserspeicher wollen wir das Regenwasser nutzen. Wir gehen davon aus, dass wir so etwa die Hälfte des notwendigen Wasserbedarfs abdecken können."

Die wichtigste Neuerung für Dirk von der Ehe wird aber die Mehrzweckhalle direkt an der Gärtnerei sein. "Die Hälfte der Fläche soll der Lagerung und Aufbereitung von unseren Produkten dienen, ein Viertel wird Büro- und Aufenthaltsraum und ein Viertel wird der künftige Verkaufsraum", sagt von der Ehe.

In Grambow gibt es einen Verein, der wieder einen Laden im Ort aufmachen möchte. Dazu wurden im vergangenen Jahr Befragungen unter der Bevölkerung durchgeführt. Besonderen Wert legten die Befragten auf frische Produkte und auf ein jahreszeitlich abgestimmtes Angebot an Obst und Gemüse. Außerdem wurden frisches Brot und Sonntagsbrötchen sowie frisches Fleisch und Wurst von Erzeugern aus der Umgebung gewünscht.

"Das deckt sich auch mit meinen Vorstellungen", meint Dirk von der Ehe. "Ich will nicht nur Obst und Gemüse anbieten, sondern auch Eier, Mehl und Brot. Vielleicht bietet sich hier eine gute Möglichkeit, um die Vorstellungen des Grambower Vereins schneller realisieren zu können?"

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