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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 13:07 Uhr

Fotografie : Die Zeit des guten alten Negativs

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Digitale Fotografie bestimmt heute alle Bereiche des öffentlichen Lebens / Klassische Analogtechnik hat dennoch nicht ausgedient

Ein Klick und das Bild ist gespeichert. Damit ist Fotografieren heute so einfach geworden, wie noch nie. Die Möglichkeit der bildhaften Darstellung und Dokumentierung in digitaler Form erschließt neben den privaten Bedürfnissen alle öffentlich-dienstlichen Bereiche. Statt „richtiger“ Kamera reichen sogar moderne Handy’s für den Normalfall schnell aus der Tasche ziehen.

Mit dem guten alten Film sah das noch ganz anders aus. Da war ein echter Fotograf von einst nicht nur kreativ gefordert, er musste auch ein branchenbezogener Chemiker sein, um die notwendigen Lösungen bereitzustellen. Wismars bekannter Fotografen-Altmeister Hanjo Volster erinnert sich trotz der heutigen „Supertechnik“ noch gern an das vergangene „Filmzeitalter“. „Man war als Fotograf sehr gefordert, musste mit der Anzahl der Bilder mehr haushalten, die Kameraeinstellungen sorgfältiger vornehmen und war trotz eines guten Gefühls, alles richtig gemacht zu haben, manchmal nach Betrachten des Negativs vor Überraschungen nicht sicher.“

Andreas Manthey und Nils Volster (beide 50) waren damals als Jungunternehmer in die fototechnische Revolution hineingewachsen. „Die Einführung der digitalen Technik revolutionierte um 2001 die Fotografie und erlebt seit dem eine stetige und in den ersten Jahren eine rasante Entwicklung“, so das fast gleich lautende Fazit der beiden.

Und was macht der noch immer klassische Filmliebhaber? „Der wird von uns natürlich weiterhin qualitätsgerecht bedient“, so Andreas Manthey. Allerdings nicht mehr so wie einst, im Stundentakt der Abholung. Dennoch läuft für diesen „Anno Damals Service“ in seinem Unternehmen mit den beiden Filialen in Wismar und Güstrow noch eine eigene Entwicklungsmaschine. Innerhalb einer Woche sind dann Filme sowie wie die wie früher gewünschten Fotoabzüge in Top-Qualität fertig.

Und wie sieht es mit dem Filmmaterial aus? „Kein Problem, das Angebot ist nach wie vor vorhanden, ob Rollfilm, Dia, oder Negativfilm Farbe oder Schwarz-Weiß-Film“, so Andreas Manthey.

Analoge Kameras dagegen werden nicht mehr produziert und folglich nicht mehr vertrieben. Dennoch gibt es zum Beispiel über das Internet oder auf Sammlerbörsen einen erstaunlich großen Markt an Gebrauchtgeräten.

Sehr im Trend liegt dagegen die Digitalisierung von erinnerungswertem Filmmaterial. Über die Jahre unterliegt dies einem stetigen Zersetzungsprozess. Dank Hochleistungsscanner ist es jedoch möglich, wichtige Filmdokumente auf moderne Datenträger abzuspeichern, um sie so der Nachwelt zu erhalten.

Eines hat jedoch analoge und digitale Fotografie weiterhin gemeinsam – sie erfordern Kreativität und Vorstellungskraft, um das zu gestaltende Motiv bereits im Geiste so umsetzen zu können, wie es dann wirklich der erhofften Darstellung entspricht. Und da scheiden sich dann glücklicherweise noch immer die Geister zwischen Profi und Knipser.


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