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Sicherheitstag : Die unterschätzte Gefahr am Gleis

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gut 250 Kinder informieren sich beim Verkehrssicherheitstag über Gefahren auf Bahnanlagen. Aktion bald auch in Gadebusch

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Die Sonne lacht, die Luft ist mild, Zeit für einen Spaziergang. Die Strecke allerdings, die sich ein junges Pärchen samt ihrem vierbeinigen Begleiter in Herrnburg ausgesucht hatte, war alles andere als ein lauschiger Wanderpfad durch die Natur, sonder ein Bahngleis in Richtung Lübeck. Ein gefährlicher Leichtsinn, auf keinen Fall zum Nachahmen empfohlen und darüber hinaus ein schlechtes Beispiel für die Grundschüler, die nur wenige hundert Meter entfernt einen Verkehrssicherheitstag zum sicheren Verhalten auf Bahnanlagen besuchten.

„Seit zwei Jahren führen wir solche Aktionstage für Kindergarten- und Schulkinder durch. Das ist insbesondere auch deshalb so wichtig, weil viele Kinder Züge benutzen, um zur Schule zu gelangen oder auf dem Weg dorthin Bahnanlagen überqueren müssen. Und dort lauern eine Menge Gefahren und gibt es einiges zu beachten“, erklärt Polizeioberkommissarin Monika Hirschke von der Bundespolizeiinspektion in Rostock. Denn trotz Hinweisschilder und gesetzlicher Regelungen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, von denen auch Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Unfälle, die beim unbefugten Betreten von Gleisanlagen passieren, beim Überqueren der Gleise als Abkürzung, dem Spielen an oder auf Bahnanlagen oder beim Schießen eines Selbstporträts mit dem Mobiltelefon auf irgendwelchen Gleisen. „Das machen Jugendliche als Mutprobe. Sie stellen oder setzen sich auf die Gleise und machen ein Selfie, um das Bild hinterher zu verschicken. Den ganz besonderen Kick bekommen sie, wenn sich in ihrem Rücken dann noch ein Zug nähert. Bundesweit hat dieses lebensgefährliche Spiel bereits mehreren Jugendlichen das Leben gekostet“, sagt Monika Hirschke. Nach den Erfahrungen der 54-Jährigen würden viele Kids ganz einfach nicht so weit denken und sind sich der akuten Gefahr überhaupt nicht bewusst, in die sie sich begeben. Sie bräuchten bei so einer Aktion nur zu stolpern und hinzufallen, dann wäre es um sie geschehen. Oder wie es eine Herrnburger Erstklässlerin mit Blick auf ein solches Foto formulierte: „Wenn da ein Zug kommt und das Mädchen hinfällt, fährt der Zug ihr bestimmt die Beine ab.“

Gut 250 Kinder besuchten den von Polizei und Deutscher Bahn gemeinsam organisierten Verkehrssicherheitstag am Herrnburger Bahnhof. Keine einmalige Aktion. Vorher hat Monika Hirschke mit ihren Kollegen bereits in Grevesmühlen und Lübstorf Station gemacht, Ende Juni ist Boizenburg dran. Bahnverkehrserziehung fange eben schon früh an. Deshalb suche das Präventionsteam der Polizei bewusst den Weg in Kindergärten und Schulen.

In der zweiten Jahreshälfte – voraussichtlich im September – steht ein solcher Aktionstag übrigens auch in Gadebusch an.

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